Gemeinde Reilingen

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Altersschwach und eine latente Gefahr


Weitere Hybridpappeln werden am „Reilinger See“ gefällt
 
Am „Reilinger See“ dröhnen erneut die Motoren und das Krachen von berstendem Holz beherrscht die Szenerie. Forstwirte des land- und forstwirtschaftlichen Lohnunternehmens Fritz Scholl aus Graben-Neudorf setzen ihr im Vorjahr begangenes Werk fort und fällen in einer zweiten Tranche den dortigen Bestand an Hybridpappeln. Die altersschwachen, über ein halbes Jahrhundert alten Problembäume am östlichen Seeufer sind zu einer latenten Gefahr für Spaziergänger geworden. Geäst und Stamm sind durch Fäulnis und Pilzbefall instabil. Immer wieder kommt es zu Ast- und Stammbruch. Darüber hinaus gefährden die mit ihrem hohen Biomasseneintrag das sensible Ökosystem des vom Grundwasser gespeisten Gewässers. „Der See droht zu kippen“, warnen die Angler schon länger. Sie sorgen sich um die Wasserqualität.
Von insgesamt 92 riesigen Pappeln sind schon im Vorjahr die ersten 32 gefällt worden. Mit der vor wenigen Tagen gestarteten neuerlichen Fäll-Aktion schlägt für weitere 30 Pappeln die letzte Stunde. Das Stammholz wird der Spanplatten- Industrie angeboten. Das Astholz dient als Energiespender für Heizkraftwerke.
Noch bis in den Januar hinein dürfte sich der Baumeinschlag hinziehen. Denn der Boden ist durch die Regenfälle der vergangenen Tage total durchnässt. „Wir kommen mit unserem schweren Gerät kaum vor Ort“, klagt Unternehmer Fritz Scholl, der selbst am Steuer des Hydraulikbaggers sitzt. Auch der Abtransport der zwischengelagerten Holzernte könne sich dadurch etwas verzögern. Erst wenn der Frost den Boden ausgehärtet habe, sei ein ungehindertes Arbeiten möglich.

Die ersten Pappeln im zweiten Fällabschnitt sind gefällt.
Die ersten Pappeln im zweiten Fällabschnitt sind gefällt.

Ausgleichsmaßnahmen und Baumersatz
 
Die einfachen Hybridpappeln sind zwar nicht besonders geschützt. „Allerdings erfordert das Vorkommen der national streng geschützten Käferart, nämlich dem „Körnerbock“, besondere Ausgleichsmaßnahmen“, erklärt Bürgermeister Stefan Weisbrod. Zum Erhalt ihres Lebensraumes bleibt der Stamm besonders gekennzeichneter Pappeln bis in fünf Meter Höhe als Altholz stehen. Im Verbund entstehen daraus so genannte „Totholzwände“.
Für Fledermäuse und andere höhlen- oder freibrütende Vogelarten seien bereits erste Nisthilfen als Ersatzlebensraum bereitgestellt worden, ergänzt Stefan Weisbrod. Auch werde  der Baumbestand nicht ersatzlos entfallen, sondern durch standortgerechte Bäume, wie Schwarzerlen oder Schwarzpappeln ersetzt.
Für die Dauer der Fäll-Arbeiten sind die nördliche Seezufahrt über den landwirtschaftlichen Weg, sowie der betroffene Abschnitt des Rundweges um den See gesperrt. 
(jd)
 
Fotos: jd (1), Gemeinde (1)

Der Greifarm eines Hydraulikbaggers sichert den Stamm und gibt die Fallrichtung vor.
Der Greifarm eines Hydraulikbaggers sichert den Stamm und gibt die Fallrichtung vor.

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