Gemeinde Reilingen

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Die Gemeinde informiert

Damit Wasserpflanzen nicht zur Plage werden


Fachkräfte im Wasserbau halten die Vegetation im „Reilinger See“ unter Kontrolle und sorgen für eine verbesserte Wasserqualität
 
Am frühen Montagmorgen wird am „Reilinger See“ der weithin hörbare Ruf des Kuckucks von mechanischen Geräuschen überlagert. Zwei Mähboote kreuzen auf dem See und durchpflügen  mit ihrem Propellerantrieb die ruhig daliegende Wasseroberfläche. An der Frontseite angebrachtes Mähwerk geht im südlichen, etwas flacheren Gewässer, den wuchernden Wasserpflanzen zu Leibe. Ein Globales Positionsbestimmungssystem (GPS) und Echolot gewährleisten, dass alle relevanten Flächen fachgerecht entkrautet werden. Rund fünfeinhalb Tausend Euro kostet der von der Gemeinde veranlasste Mähboot-Einsatz. Mit ihm soll ein unkontrolliertes Wachstum der Hydrophyten unterbunden und die Wasserqualität verbessert werden. Damit es Brachsen, Rotaugen, Hechten und Barschen in dem vom Grundwasser gespeisten Gewässer auch in Zukunft gut geht.

GPS und Echolot unterstützen die beiden Fachleute im Wasserbau bei ihrem Pflegeeinsatz.
GPS und Echolot unterstützen die beiden Fachleute im Wasserbau bei ihrem Pflegeeinsatz.

Sauerstoffsättigung im Seewasser geht zurück
 
In vierzig Jahren hat sich der „Reilinger See“ von einer ehemaligen Kiesabbaufläche zu einem einzigartigen Refugium für Flora und Fauna entwickelt. Schon seit längerem ist der Angelsportverein wegen der sich zunehmend verschlechternden Wasserqualität besorgt. Gewässerwart Dominik Mattern hat bei seinen regelmäßigen Messungen einen signifikanten Rückgang der Sauerstoffsättigung und eine Anreicherung von Faulstoffen festgestellt. „Zum zeitigen Frühjahr war der Wert noch recht gut, inzwischen hat er sich aber erwartungsgemäß wieder verschlechtert“.

Mirko Cieslak sammelt das Mähgut und bringt es ans Ufer.
Mirko Cieslak sammelt das Mähgut und bringt es ans Ufer.

„Wasserpflanzen haben bis zu einem gewissen Punkt durchaus eine positive Wirkung auf das stehende Gewässer“, ergänzt ASV-Vorstand Oliver Bender. „Nimmt der Bewuchs aber durch hohen Stickstoff, Phosphat und Nitrateintrag überhand und wird zu dicht, kann das Gewässer umkippen und zu einer biologisch toten Brühe werden“. Dann hätten viele Lebewesen, auch der reiche Fischbestand,  keine Überlebenschancen mehr, so Bender. Ohnehin sei der neun Hektar große „Reilinger See“ durch den hohen Biomasseneintrag des üppigen Baumbestandes rund um das Gewässer belastet. Mit den am östlichen Ufer entfernten, überalterten Hybridpappeln habe sich der Eintrag von organischem Material merklich vermindert, freut er sich. Das Wasser könne wieder besser zirkulieren und der Sauerstoffeintrag aus der Luft werde gefördert.

ASV-Gewässerwart Dominik Mattern untersucht die Krauternte auf mögliche Lebewesen.
ASV-Gewässerwart Dominik Mattern untersucht die Krauternte auf mögliche Lebewesen.

Pflegeaktion mit Mähwerk und Schleppsense
 
Das erfahrene und auf Mäharbeiten spezialisierte Wasserbauunternehmen Jakob Röder aus Lautertal im Odenwald führt die jetzige Pflegeaktion durch. Frontmähwerk und Schleppsense mähen die Pflanzen bis auf dem Grund des Gewässers in sechs bis sieben Meter Tiefe ab. Zum Teil werden auch die Wurzeln mit herausgerissen. Die auftreibenden Pflanzenreste werden mit einer hydraulisch betriebenen Anbauharke aufgenommen und an das Ufer gebracht. Dort lagern Wasserpest, Laichkraut, Hornkraut und Algen für einige Tage, damit eventuelle Bewohner wie Krebse, Muscheln oder Schnecken sich wieder in den See zurückziehen können. Die umweltgerechte Entsorgung übernimmt ein Arbeitsteam des ASV in Eigenarbeit.

In dem strukturreichen Gewässer mit unterschiedlichen Wassertiefen fühlen sich die Fische generell wohl, bestätigt Vereinsvorstand Oliver Bender. Damit der Bestand an Weißfischen zunimmt, planen die Sportfischer des ASV Flachwasserzonen anzulegen, in denen sich das Wasser früher im Jahr erwärmt und die Fische zum Laichen anregt. „Vielleicht kann schon im Spätjahr ein Bagger anrücken, der im nördlichen Sektor ausgewählte Uferbereiche präpariert“, wünscht sich Bender. Gemeinde, wie auch Umweltverbände hätten bereits ihr Einvernehmen signalisiert. Die Kosten will der Angelsportverein tragen, während der Mäheinsatz von der Gemeinde übernommen wird.  (jd)
 
Fotos: jd

Tim Stüker bedient Frontmähwerk und Schleppsense.
Tim Stüker bedient Frontmähwerk und Schleppsense.

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