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Die Gemeinde informiert

Tiefbauarbeiten beginnen später und dauern länger

[Online seit 11.10.2021]

Deutsche Glasfaser plant den Aufbau innerörtlicher Glasfaserstrukturen
 
Eigentlich war es zu schön, um wahr zu sein. Nach einer erfolgreichen Nachfragebündelung kündigte die Deutsche Glasfaser an, jetzt mit dem Ausbau des Glasfasernetzes in Reilingen loslegen zu können. Lediglich unglaubliche vier Wochen sollten die bereits auf Ende Oktober angesetzten Tiefbauarbeiten andauern, so eine erste kolportierte Information. Die Realität ist davon jedoch ein Stück weit entfernt und geht von ganz anderen Zeiträumen aus. Schon wenige Tage nach dem Bekanntwerden stellten Projektleiter Jörg Blum und Projektmanager Memik Erdogan bei einem informellen Gesprächstermin im Rathaus richtig, dass ein Baustart erst Ende November vorgesehen ist und die Tiefbauarbeiten voraussichtlich bis zu neun Monate andauern können, je nach Dauer der winterbedingten Unterbrechungen. Berücksichtigt man noch unvorhersehbare Ereignisse scheint ein Projektabschluss bis Ende 2022 eher der Wirklichkeit nahe zu kommen.
„Aktuell befinden wir uns mitten in der Planungsphase, die etwa ein viertel Jahr in Anspruch nimmt“, berichtete Jörg Blum. Nach seinen Ausführungen sollen Bau und Kabelverlegung im Schnellverfahren erfolgen. Kleine ausgehobene Gräben werden meist noch am selben Tag wieder geschlossen. Die Anwohner müssten, so Blum, also keineswegs zuwarten, bis der komplette Ausbau im Ort abgeschlossen ist. Sie könnten schon vorab und sukzessive nach Baufortschritt die Netzstruktur in Anspruch nehmen.
 
Netzstruktur bietet Zukunftsreserven
 
Ausgangspunkt des neuen Netzes ist der Hauptverteiler, auch PoP („Point of Presence“) genannt. Sein Standort befindet sich im Bürgerpark an der Ecke Hayndallee / Parkstraße. Der PoP hat die Größe einer Garage und ist etwa 6,00 mal 2,20 Meter groß. Die Technik im größten zur Verfügung stehenden Verteilergebäude ist so ausgelegt, dass noch gewisse Zukunftsreserven bestehen. „Wir können im Ort noch bis zu 400 Nachzügler einbinden“, bestätigt Memik Erdogan. Bis zum Ende der Planungsphase sei es noch möglich, einen Glasfaseranschluss kostenlos zu erhalten, und zu einem späteren Zeitpunkt nur noch gegen Kostenerstattung.
Vom Hauptverteiler ausgehend werden gebündelte Glasfaserleitungen („Speedpipes“ aus 96 Glasfasern) zu insgesamt 76 kleineren Unterverteilern, sogenannten DP („Distributions Points“), und von dort aus in jede Straße bis zu den jeweiligen Häusern bzw. Hausübergabepunkten verlegt. Insgesamt ist eine Leitungsstrecke von 31 Kilometer zu bewältigen. Im Ort versorgen oberirdische Verteilerstationen („Street-Cabinets“) jeweils bis zu 44 Kunden. Für jedes anzuschließende Haus wird eine Glasfaser vom Hauptstrang abgezweigt, für Mehrfamilienhäuser so viele, wie es Wohneinheiten im Haus gibt. Die Zuleitung zum Haus erfolgt über eine schonende Tiefbohrung (Erdrakete). „Für das Einführen des Glasfaserkabels in das Haus ist nur ein Loch von wenigen Millimetern Durchmesser erforderlich“, erklärt Memik Erdogan.
Die von bis zu vier Baukolonnen von jeweils zehn Mitarbeitern zu bewältigenden Tiefbauarbeiten betreut Projektleiter Alexandros Mandiliotis von der Kölner Artemis ITS GmbH. Nach eigener Angabe hat das 2016 gegründete Unternehmen bereits 800 Kilometer Leitungen und mehr als 10.000 Kundenanschlüsse verlegt, verfügt also über einschlägige Ausbauerfahrungen. Mitarbeiter des Baupartners besuchen vorab die Glasfaserkunden und legen gemeinsam die Position des Glasfaseranschlusses und Leitungsweges im Gebäude fest.

Die blaue Markierung im Übersichtsplan kennzeichnet die Ortsstraßen, für die der Aufbau von Glasfaserstrukturen geplant ist. Im Neubaugebiet "Herten II" ist Glasfaser bereits vorhanden.
Die blaue Markierung im Übersichtsplan kennzeichnet die Ortsstraßen, für die der Aufbau von Glasfaserstrukturen geplant ist. Im Neubaugebiet "Herten II" ist Glasfaser bereits vorhanden.

Noch jede Menge Vorarbeit zu leisten
 
Bevor die Planungen abgeschlossen und umgesetzt werden können, ist noch jede Menge Vorarbeit zu leisten. In den Datenbestand einzupflegen ist die Lage der vorhandenen Infrastruktur, sowie der anzutreffenden Leerrohre. Viele Fragen sind noch zu beantworten, beispielsweise zum Kostenersatz der erheblichen kommunalen Vorleistungen beim Verlegen von Leerrohren, notwendigen Lagerflächen für Material und Baugerät oder der Gewährleistung nach Bauabschluss. Festzulegen sind die Standorte der oberirdischen Verteilerstationen, ebenso noch fehlende Genehmigungen von Straßenbaulastträger und Verkehrsbehörde einzuholen. Auch für die Glasfaser-Interessierten im Verlauf des schon 2017 quer durch den Ort verlaufenden „Backbone“ steht noch eine zufriedenstellende Lösung aus.
Fragen zum Ausbauprojekt werden über eine Bau-Hotline montags bis freitags zwischen 8.00 und 20.00 Uhr beantwortet (Ruf 02861/890 60 940). Informationen über die Deutsche Glasfaser und die buchbaren Produkte sind online unter www.deutsche-glasfaser.de verfügbar. (jd)
 

Ausbauplan: Deutsche Glasfaser

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