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Corona-Testzentrum zieht von Schwetzingen nach Reilingen

[Online seit 10.08.2020]


Rhein-Neckar-Kreis will bis September auf dem Gelände des ehemaligen Penny-Marktes einen Drive-In einrichten
 
Der Corona-Drive-In in Schwetzingen an der Ketscher Landstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sportplatz des SV Schwetzingen gelegen, war das erste Testzentrum des Rhein-Neckar-Kreises. Ab September gibt es für Betroffene eine neue Anlaufstelle. Denn das Corona-Testzentrum zieht um nach Reilingen, auf das Gelände des ehemaligen Penny-Marktes in der Wilhelmstraße 86. Unter großem Medieninteresse machte das Landratsamt am Donnerstagvormittag seine Pläne vor Ort bei einem informellen Rundgang öffentlich. Bürgermeister Stefan Weisbrod nutzte die Gelegenheit, die künftige Standortgemeinde als zuverlässigen und leistungsfähigen Partner heraus zu stellen. Zugleich war es ihm ein Anliegen, die Sachkompetenz des Gesundheitsamtes unter der Leitung von Dezernentin Doreen Kuss als „wichtige Orientierungsgröße in diesen Krisenzeiten“ zu betonen. „Wir haben uns von Beginn der Pandemie an in sehr guten Händen gefühlt“, bekräftigte er.

Die Abläufe des Testzentrums und die Sorgen der Bevölkerung sind ein Schwerpunkt des Gesprächs von Bürgermeister Stefan Weisbrod (v.l.) mit Dr. Andreas Welker (stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes) und Karl Winkler (Referatsleiter des Ordnungsamtes im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis).
Die Abläufe des Testzentrums und die Sorgen der Bevölkerung sind ein Schwerpunkt des Gesprächs von Bürgermeister Stefan Weisbrod (v.l.) mit Dr. Andreas Welker (stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes) und Karl Winkler (Referatsleiter des Ordnungsamtes im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis).

Wetterfeste Drive-In-Lösung für täglich 100 Testungen
 
„Wir haben uns entschlossen, den vom Aufbau und Standort her für eine mittelfristige Nutzung ausgelegten Corona-Drive-In in Schwetzingen aufzugeben und nach Reilingen zu verlagern“, erläuterte Dr. Andreas Welker, Stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes. An dem neuen Standort seien die Bedingungen gerade für die kommende herbstliche und winterliche Witterung ideal. „Hier ist neben der entsprechenden Infrastruktur mit dem massiven Gebäude und vorhandenen Sanitäranlagen auch genügend Platz für eine wetterfeste Drive-In-Lösung“. Das Anwesen sei ursprünglich vom Kreis bis Ende 2021 als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge angemietet, aber in der vergangenen Zeit bereits vereinzelt zur Notunterbringung von Quarantäne-Fällen genutzt worden.
Karl Winkler kündigte als Referatsleiter des Ordnungsamtes beim Rhein-Neckar-Kreis schon für die zweite Augustwoche die ersten Außenarbeiten an. Noch im September soll ein nahtloser Wechsel von Schwetzingen nach Reilingen erfolgen. „Die Testungen bleiben keinen Tag ausgesetzt“, beteuerte Winkler.
Nach seinen weiteren Ausführungen ist geplant, das dem Gebäude vorgelagerte Parkplatzgelände einzuzäunen und mit verschiedenen Containern zu bestücken. Zwei Fahrspuren führen zum Empfangsbereich. Nach der Security geht es zum Check-In und dann zum eigentlichen Test. Dafür stehen jeweils drei Container gegenüber, die durch eine Überdachung miteinander verbunden sind. Die Stellflächen im Frontbereich des Platzes sollen künftig direkt von der Wilhelmstraße aus angefahren werden können. Im Gebäudeinnern gibt es einen Aufenthaltsraum für das eingesetzte Personal, eine kleine Küche und Toiletten. Betrieben wird das Testzentrum auch weiterhin mit den Partnern des Gesundheitsamtes, allen voran die GRN-Klinik Schwetzingen. Die Zufahrt und der Zugang werden zu den Öffnungszeiten mit Sicherheitskräften geordnet.
Die Kapazität der Anlage entspricht der in Schwetzingen. „Wir gehen derzeit davon aus, dass täglich in der Zeit von 9.00 bis 15.00 Uhr maximal 100 Personen getestet werden können, die dafür von unserer Hotline einen Code erhalten“, erläuterte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Andreas Welker. Gearbeitet werde bislang im Fünftagebetrieb. Am Wochenende bleibe die Anlage geschlossen. Im Bedarfsfall könne flexibel reagiert und die Testkapazitäten ausgeweitet werden. Es sei auch in der Zukunft nicht gänzlich ausgeschlossen, dass freie Raumkapazitäten genutzt werden, um in dem Gebäude Quarantänefälle vorübergehend einzuquartieren. Denn für das Testzentrum werden lediglich drei Innenräume beansprucht. Eine Umwandlung zu einem „Notkrankenhaus“ schloss Dr. Welker auf Nachfrage aus. Dafür gebe es geeignetere Objekte.

Zu- und Abfahrt außerhalb der Wohngebiete
 
 „Die Abstrich-Termine werden über die Hotline und ein Testticket so gesteuert, dass ein großes Verkehrsaufkommen vermieden wird“, sicherte Dr. Welker zu. Der entstehende Verkehr soll ausschließlich über den „Alten Rottweg“ und die Ortszufahrt „Reilingen Mitte“ hin- und abgeführt werden. Ein ganz wichtiges Anliegen, auf das Bürgermeister Stefan Weisbrod großen Wert legt. „Es muss unbedingt ein Rückstau in die Wohngebiete verhindert werden“, verlangt er. Ein mögliches, höheres Verkehrsaufkommen in der Nähe von sensiblen Nutzungen, wie Schule, Hallen und Kindergarten sei nicht hinnehmbar.
Neu ist in Reilingen, dass Familien mit Kindern unter sechs Jahren die Möglichkeit haben, im Gebäude getestet zu werden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der doch eher unangenehme Abstrich bei Kindern durchs Autofenster eher suboptimal ist“. Das Gelände sei zudem auch für nicht mobile Betroffene zu Testzwecken zugänglich. 24 bis 48 Stunden könne es dauern, bis ein Testergebnis vorliegt. Die Untersuchung übernimmt die Virologie beim Universitätsklinikum Heidelberg.

Das Corona-Testzentrum zieht nach Reilingen, auf das Gelände des ehemaligen Penny-Marktes in der Wilhelmstraße 86.
Das Corona-Testzentrum zieht nach Reilingen, auf das Gelände des ehemaligen Penny-Marktes in der Wilhelmstraße 86.

Keine gesundheitlichen Gefahren für die Bevölkerung
 
Auf die besorgte Nachfrage von Bürgermeister Stefan Weisbrod: „Bringt diese Einrichtung das Virus in das Dorf“? hatte Dr. Andreas Welker eine klare Antwort. „Für die Gemeinde und die Nachbarschaft bestehen natürlich keinerlei gesundheitliche Gefahren“, versicherte er entschieden. Zum Test zugelassene Personen würden ausdrücklich dazu aufgefordert, den öffentlichen Personennahverkehr zu meiden und mit dem eigenen Fahrzeug das Testgelände aufzusuchen. Die Einrichtung sei in sich geschlossen und die Abläufe so organisiert, dass ein von der Einrichtung ausgehender Infektionsherd auszuschließen sei.  
 
Corona-Fallzahlen steigen wieder an
 
Erstmals seit drei Monaten hat das Robert-Koch-Institut mehr als 1.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Deutschland registriert. Dieser Schwellenwert war zuletzt am 07. Mai überschritten worden. Stand 06.August waren von den Gesundheitsämtern 1.147 neue Fälle gemeldet. Der Höchstwert wurde Anfang April mit mehr als 6.000 Ansteckungen erreicht. Danach war die Tendenz rückläufig. Seit Juli steigen die Werte aber wieder an.
Im Rhein-Neckar-Kreis sind seit Februar insgesamt 1.453 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Aktiv erkrankt sind derzeit noch 49. In Reilingen ist die Ansteckungsquote mit insgesamt 12 Fällen seit drei Monaten stabil.
Wer befürchtet, sich angesteckt zu haben, erreicht das Gesundheitsamt montags bis freitags von 8 bis 16.00 Uhr und am Wochenende von 10.00 bis 14.00 Uhr unter der Hotline 06221/5221881.  Personen mit Symptomen können sich außerhalb dieser Zeiten an die Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 wenden. (jd)
 
Fotos: Gemeinde

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