Gemeinde Reilingen

Seitenbereiche

Volltextsuche

Was suchen Sie?

RSS

Facebook

Kontrast

Schriftgröße:

Seiteninhalt

Die Gemeinde informiert

Vom Alltag der Kinderbetreuung zur "Notbetreuung"

[Online seit 31.03.2020]

 
Reilinger Einrichtungen zeigen Engagement und Kreativität
 
Von einem Tag auf den anderen war auch in der Gemeinde Reilingen alles anders. Mit der Schließung der Schulen und Kindertagestätten stand auch hier in der Gemeinde das Thema Notbetreuung schnell auf dem Programm und somit die Prüfung, welchen Kindern diese zusteht. Laut der Verordnung der Landesregierung steht eine Notbetreuung zu „Sofern beide Erziehungsberechtigte oder die oder der Alleinerziehende in Bereichen der kritischen Infrastruktur im Sinne von Absatz 6 tätig und nicht abkömmlich sind. Alleinerziehenden gleichgestellt sind Erziehungsberechtigte dann, wenn die oder der weitere Erziehungsberechtigte aus schwerwiegenden Gründen an der Betreuung gehindert ist. Die Entscheidung über die Zulassung einer solchen Ausnahme trifft unter Anlegung
strenger Maßstäbe die Gemeinde“. Hauptamtsleiter Wolfgang Müller erklärte, dass die Gemeinde sofort reagiert habe und digitale Informationen an die Eltern verschickt hat, um dann im Rathaus darüber zentral zu entscheiden.
Somit wurden in der Kommunalen Kindertagesstätte „Haus der kleinen Hasen“, der Kommunalen Betreuung der Schiller Schule, dem katholischen Kindergarten St. Josef und dem Kindertreff e.V. Notgruppen eingerichtet. In diesen Einrichtungen hatten Eltern, laut der Verordnung der Landesregierung und nach Prüfung der Gemeinde Anspruch auf die Betreuung der Kinder. Um die Ausbreitung des Covit-19 Virus zu verringern, darf es keine Zentrale Betreuung in nur einer Einrichtung geben, sondern die Kinder müssen in der Einrichtung betreut werden, in die auch gehen, um so wenig wie möglich anderweitigen Kontakt zu haben.
Im Haus der kleinen Hasen werden im Moment sechs Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren betreut, und genau wie in den anderen Tagestätten wird auch hier auf die Vorschriften und die besondere Hygienemaßnahmen besonders geachtet. „Auch wenn die Situation eine besondere ist, finden es gerade die kleineren Kinder einmal toll, die Räume und ihre Erzieherinnen ganz für sich zuhaben“ berichtet die Leiterin Lisa Laag. Dass der Mindestabstand hier nicht einzuhalten ist, liegt auf der Hand, aber dafür praktiziert man vermehrtes Händewaschen und häufige, großflächige Desinfektionen.
So handhabt es auch das Kinderhaus Kindertreff, wo im Moment drei Kinder betreut werden. „Wir machen mehrmals täglich mit den Kindern das „Händewaschen- Spiel“, desinfizieren täglich Türgriffe und Handläufe, die Abholung der Kinder erfolgt nur im Hof in wir gehen mit den Kinder so viel wie möglich an die frische Luft um das Immunsystem zu stärken“, erklärt Doris Lochner. Eigentlich hätten hier, genau wie im Haus der kleinen Hasen, sogar mehr Kinder Anspruch auf die Notbetreuung, jedoch gab es für einige Eltern die Möglichkeit die Betreuung ihrer Kinder anderweitig zu organisieren.
Der Kindergarten St. Josef hatte eine Woche lang ein Kind in der Betreuung, das nun aber auch anderweitig betreut wird. „Es ist ein ganz komisches Gefühl, wenn man in den Kindergarten kommt und es sind keine Kinder da“, sagt die Leiterin Claudia Alonso traurig. Denn den Erzieherinnen fehlt nun überall genau das, was ihren Beruf erfüllt, die Kinder. Auch wenn in den Kindergärten gerade keine Kinder da sind, sind die Erzieherinnen überall gefragt. Sie reinigen, bereiten Dinge vor, die sie später mit den Kindern machen möchten, erledigen Schreibarbeiten und vieles mehr. Dazu versuchen sie auch den Kontakt zu den Kindern zu halten, indem sie ihnen zum Beispiel Briefe schreiben, Mal – und Bastelblätter oder Kochrezepte schicken. Die vielen Rückmeldungen zeigten, dass sich Kinder und Eltern gleichermaßen darüber freuen und den Einsatz der Mitarbeiter zu schätzen wissen. Im Haus der kleinen Hasen finden die Erzieherinnen auch immer wieder bemalte Steine der Kinder und Eltern vor ihrer Tür.
In der Kommunalen Betreuung in der Friedrich von Schiller Schule wurde bis vor einer Woche ebenfalls ein Kind betreut. „Wir haben zusammen Hausaufgaben gemacht und versucht, mit Spaß ein wenig zu unterhalten und somit etwas Normalität zu schaffen“, sagte der Leiter Sven Seiler, der nun auch die Ferienbetreuung für die Osterferien absagen musste. Bewegt von der Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher zeigt sich auch Bürgermeister Stefan Weisbrod der anerkennend sagte: „Die Betreuung in den Kindertagesstätten und in der Schule ist wirklich aller Ehren wert, die Erzieherinnen leisten damit lebenswichtige Dienste und ermöglichen es, dass die systemkritischen Aufgabenbereiche am Laufen bleiben. In den Applaus für die Ärzte und Ärztinnen und Pfleger- und Pflegerinnen gehören neben vielen anderen auch die Erzieher und Erzieherinnen unbedingt dazu.“ Weisbrod zeigte deutlich seinen Stolz und weiß, dass auch hier für die Kräfte eine erhöhte Gefahr der Ansteckung besteht, die sie zum Wohle der Kinder in Kauf nehmen. (K.D.)
Foto: K.D.

Weitere Informationen

Archiv - Aus dem Rathaus

Hier können Sie Artikel aus den Jahren 2003 bis 2008 nachlesen.

Jahr 2003
Jahr 2004
Jahr 2005
Jahr 2006
Jahr 2007
Jahr 2008