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Die Gemeinde informiert

Reaktion auf überschrittene Lärmobergrenzen und Tempolimit

[Online seit 21.09.2021]

An der Landesstraße 546 geht im Spätherbst eine stationäre Blitzersäule in Betrieb
 
Reilingen erhält als erste Gemeinde im Verwaltungsraum einen stationären Blitzer, der bis Spätherbst an der Landesstraße 546 aufgestellt sein soll. Auf diese Vorreiterrolle hätte Bürgermeister Stefan Weisbrod gerne verzichtet. Ihm ist durchaus bewusst, dass diese Einrichtung nicht nur Befürworter finden wird. Aber die exorbitante Lärmbelastung der Anwohner am südwestlichen Ortsrand erfordere eine unmissverständliche Antwort. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit der Großen Kreisstadt Hockenheim. Den zukünftigen Standort der neuen Errungenschaft haben Vertreter der Verwaltung, Verkehrsbehörde und der Wieslocher Waibel Elektroanlagen GmbH am frühen Dienstagabend vor Ort festgelegt.
 

 

Eine rote Bodenmarkierung kennzeichnet den Standort der Geschwindigkeitsüberwachungsanlage an der L 546, die im November in Betrieb gehen soll.
Foto: Gemeinde
Eine rote Bodenmarkierung kennzeichnet den Standort der Geschwindigkeitsüberwachungsanlage an der L 546, die im November in Betrieb gehen soll.
Foto: Gemeinde

Tempobegrenzung zeigt keine Wirkung
 
„Das ist der Wahnsinn, was man da aushalten muss“, bestätigt Bürgermeister Stefan Weisbrod anhaltende Klagen der Anwohner. In keiner innerörtlichen Hauptverkehrsachse sei eine derartige Belastung zu verzeichnen, wie auf der Rückseite der Gebäude an Königsberger Ring und Breslauer Straße. Kein passiver Lärmschutz schütze die Anwohner, das sei in der Vergangenheit versäumt worden. Die Landesstraße sei in diesem Abschnitt mit rund 12.000 Fahrzeugen pro Tag und einem steigenden Anteil an Schwerlastverkehr belastet. Die gravierenden Folgen der „durch die Decke schießenden“ Geschwindigkeitsübertretungen seien unüberhörbar. Üblicherweise sei davon auszugehen, dass sich 85 Prozent aller Verkehrsteilnehmer an die vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten halten. Auf besagtem Straßenabschnitt seien es dagegen gerade einmal erschreckende 15 Prozent, welche die maximal zulässigen 70 Stundenkilometer fahren. „Eine Tempobegrenzung zeigt keine Wirkung, wenn sie nicht überwacht wird“, schlussfolgert Stefan Weisbrod. Deshalb bleibe allein der Abschreckungseffekt einer stationären Anlage. „Den Anwohnern ist schon sehr geholfen, wenn die zulässige Geschwindigkeit eingehalten wird“.
Es gehe auch keineswegs darum, so viel Geld wie möglich zu generieren. Allein eine verminderte Lärmbelastung stehe im Fokus, bekräftigte Weisbrod. Nicht zu verkennen sei auch er positive Effekt für Fußgänger und Radfahrer, die den Übergang in den Schwarzen Weg zum Staatswald Lußhardt nutzen. „Wir werden es sicher nicht jedem Recht machen können“, gesteht der Bürgermeister bei der Standortwahl ein. Nicht auszuschließen sei, dass Verkehrsteilnehmer nach dem Passieren des Blitzers wieder unangemessen beschleunigen. Doch sei es genauso problematisch, erst kurz vor dem Ortsausgang zu kontrollieren.
 
Gemeinschaftsprojekt von Hockenheim und Reilingen
 
Stefan Weisbrod erwartet, dass die Geschwindigkeitsüberwachung bis November in Betrieb gehen kann. Die Lieferung des Pylons und der mobilen Messeinrichtung ist für Mitte Oktober zugesagt, bestätigt Ordnungsamtsleiter Allen Baothavixay. Zuvor muss noch ein Betonsockel errichtet und die Stromzufuhr über den Verbindungsweg zur Breslauer Straße hergestellt werden. Der Asphalt des gerade sanierten Fuß- und Radweges in Ortsrandlage bleibt unversehrt, denn dort liegt bereits ein Leerrohr. Für die Anschaffung des Blitzers hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich schon im Juli vergangenen Jahres ausgesprochen, als für die Gemeinde ein Lärmaktionsplan zu beschließen war.  
Die Kosten für Anschaffung und Aufbau des Gehäuses übernimmt Reilingen, die auch für Wartung und Instandhaltung des Blitzers verantwortlich sein soll. Die variabel an anderen Messstellen im Verwaltungsraum einsetzbare Kamera finanziert die Große Kreisstadt Hockenheim. Bearbeitet werden die Geschwindigkeitsverstöße in alleiniger Zuständigkeit und ausschließlich durch die Bußgeldstelle der Unteren Verkehrsbehörde Hockenheim. (jd)

Eine derartige Säule soll künftig den Verkehr am Ortsrand entschleunigen und die Anwohner vor Lärm schützen. 
Foto: VITRONIC/Gröpper
Eine derartige Säule soll künftig den Verkehr am Ortsrand entschleunigen und die Anwohner vor Lärm schützen.
Foto: VITRONIC/Gröpper

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