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Ein Kapitel für Frauen (Teil 2)

[Online seit 05.04.2022]

Andere Karte von 1906 bis 1911 versendet !
Andere Karte von 1906 bis 1911 versendet !

Ja, ihr Frauen allesamt, lebt nur naturgemäß dann wird euch Gesundheit und Glück hold sein. Werft das Korsett von euch, die Folter eures Leibes, die euch die verdammte Eitelkeit gebrauchen lehrt, zieht die engen Kleider aus und legt die Gesundheitskleider an, die zugleich Schönheitskleider sind, seid nicht zu putzsüchtig und verschwendet nicht unnütz Geld in Schokolade und Zucker, gewöhnt euch nicht zu sehr an die guten Happen und sucht nicht die Männer in den Bierlokalen, Vergnügungsstätten usw., wo euer Organismus noch durch den Alkohol vergiftet wird.
Schöne Moralpredigt! Wird manches lebenslustige junge Mädchen dazu sagen. Ja, uns gönnt man nichts; arbeiten sollen wir, aber uns nicht vergnügen und erholen.
Armes Mädchen, das kein Vergnügen weiter kennt, als in dumpfen, staubigen Lokalen zu sitzen, das nach der Tagesarbeit nur Erholung sucht beim Glase Bier und einer Portion Braten, die ihm vielleicht ein lustiger Herr, der sein Geld nicht besser zu verwerten weiß, und der sich mit Mädchen amüsieren will, spendiert! Nein, ihr Mädchen, ihr Frauen, solche Erholung ist nicht naturgemäß. Ihr wenn ihr naturgemäß leben wollt, dann müsst ihr hinausgehen in die frische Luft, um eure Lungen zu baden in der reinen Atmosphäre der Erde und  euer Blut zu reinigen von den unreinen Stoffen, welche im Laufe des Tages hineingekommen sind. Müsst ihr im Zimmer bleiben, so unterrichtet euch fleißig über eure Pflichten als Jungfrau, Gattin und Mutter, und bereitet euch vor auf euren Beruf. Daneben vergesst aber nicht, in allen Dingen mäßig zu sein, im Essen und Kleidern und Vergnügen, das ihr keineswegs vollständig zu vermeiden braucht; meidet jedoch immer den Alkohol. Schließlich seid vorsichtig in der Wahl des Mannes; wählt euch nur einen, oder besser gesagt, lasst euch nur von einem Manne wählen, der die Grundsätze der naturgemäßen Lebensweise selbst hochhält und befolgt. Dann werdet ihr auch in der Ehe das Glück finden, das ihr sucht, und ihr werdet niemals Not leiden, weil ihr es versteht, einfach zu leben und euch gesund zu erhalten. Ihr werdet die Kinder nicht fürchten, sondern lieben; denn sie werden euch nicht zur Plage, sondern zur Freude. Ja, ihr werdet es erfahren und bezeugen, dass auch im zwanzigsten Jahrhundert die naturgemäße Lebensweise die Sonne des Ehelebens ist, weil sie allein zum Ziele hat – gesunde Frauen zu haben.       B. H.

Quelle: „Arzt fürs Haus, Nr. 1148. Sonntag, den 2.Oktober1904, Praktisches  Wochenblatt für alle Hausfrauen, von Clara von Studnitz,  Berlin SW    

Fotos: Philipp Bickle

Eine unbekannte Familie auf einer Reilinger Postkarte (von Theo Busch) mit Vater, Mutter und mit 6 Kindern an der Ecke Hauptstraße/Kirchenstraße im Jahre 1909.
Eine unbekannte Familie auf einer Reilinger Postkarte (von Theo Busch) mit Vater, Mutter und mit 6 Kindern an der Ecke Hauptstraße/Kirchenstraße im Jahre 1909.

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Philipp Bickle ist Ehrenbürger der Gemeinde Reilingen und schreibt seit Jahren wöchentlich ortsgeschichtliche Beiträge für die Reilinger Nachrichten und die Gemeindehomepage.
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