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Tigermücken in Meckesheim entdeckt

[Online seit 02.10.2020]

Oft werden neue Tigermückenvorkommen erst auffällig, wenn sich Anwohnerinnen und Anwohner durch diese aggressiv stechenden Mücken geplagt fühlen. Dies ist meist im August oder September der Fall, wenn sich aus einzelnen eingeschleppten Exemplaren schon mindestens eine Folge-Generation entwickelt hat. So wurde jetzt auch in Meckesheim ein neuer Fundort im Rhein-Neckar-Kreis bekannt. Die Mücke, über Handelsketten oder als blinder Passagier in Fahrzeugen eingeschleppt und sich langsam verbreitend, kann potentiell tropische Krankheitserreger wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren übertragen, daher soll sie auf Anraten des Gesundheitsamtes bekämpft werden. Dieses Übertragungs-Risiko ist zwar in Deutschland noch sehr gering, und bei einem Stich besteht meist kein Grund zur Sorge, doch die Gefahr nimmt mit steigender Zahl an Tigermücken zu, deren Entwicklung durch hohe Sommertemperaturen und milde Winter begünstigt wird.

Bekämpfung potentieller Brutstätten im Umfeld der Straße Alte Gärtnerei
Aufgrund des bestätigten Nachweises der Tigermücke in Meckesheim wird sofort mit einem Monitoring und mit Bekämpfungsmaßnahmen im Auftrag der Gemeinde Meckesheim und des Gesundheitsamtes des Rhein-Neckar-Kreises begonnen, um noch in dieser Saison das mögliche Verbreitungsgebiet zu erfassen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Mitarbeiter der Icybac – biologische Bekämpfung GmbH werden zeitnah potentielle Brutstätten im Umfeld der Straße Alte Gärtnerei kontrollieren. Die Anwohnerinnen und Anwohner betroffener Bereiche werden durch ausgeteilte Flyer über die Maßnahmen informiert. Durch ein Schreiben des Ordnungsamtes Meckesheim legitimiert, können sich die Mitarbeiter der Tigermückenbekämpfung in Verbindung mit dem Personalausweis ausweisen. In dem Schreiben werden die Bürgerinnen und Bürger in den betroffenen Straßenzügen darum gebeten, den Mitarbeitenden Zutritt zu gewähren.

Nur im Larvenstadium, in dem die Stechmückenart sich im Wasser entwickelt, kann sie effektiv mit einem biologischen Mittel bekämpft werden. Brutstätten sind alle Arten von Wasseransammlungen, die sich in Vorgärten, Grundstücken, Schrebergärten oder auch Gullys befinden und mindestens eine Woche stehen bleiben.

Zur Bekämpfung wird der erprobte Wirkstoff B.t.i. auf potentielle Brutstätten ausgebracht. B.t.i. ist ein biologisch abbaubares Eiweiß, das spezifisch im Darm von Mücken reagiert und die Mückenlarven dadurch abtötet. Es wird seit Jahrzehnten weltweit eingesetzt und ist für andere Insekten, Tiere, Menschen und Pflanzen ungiftig. Aufgrund der kühler werdenden Temperaturen werden Larven der Tigermücke im Wasser nur noch für kurze Zeit auffindbar sein, jedoch könnten bei entsprechend warmen Temperaturen noch bis in den Oktober hinein die aus den Brutstätten ausgeflogenen adulten Tigermücken auf der Suche nach Eiablageplätzen gesichtet werden.

Unterstützung durch die Bürgerschaft entscheidend: Tigermücken erkennen und melden
Nicht nur durch die Zutrittsgewährung zu den Grundstücken können die Bürgerinnen und Bürger entscheidend zum Bekämpfungserfolg beitragen. Auch um das Ausbreitungsgebiet feststellen zu können, sind Hinweise aus der Bevölkerung hilfreich: Verdächtige Mücken sollten gemeldet werden.

Doch wie erkennt man Tigermücken? Die wichtigsten optischen Merkmale: Die Tigermücken, immer kleiner als eine Cent-Münze und nicht größer als unsere einheimischen Stechmücken, sind grundlegend schwarz (nicht bräunlich) mit weißen, prägnanten Streifen auf Körper und Beinen. Das letzte Glied der Hinterbeine ist immer weiß. Entgegen anderer Mückenarten, die vor allem zur Dämmerung oder in der Nacht aktiv sind, sticht die Tigermücke auch tagsüber aggressiv.

Typische Merkmale einer Asisatischen Tischermücke.
Typische Merkmale einer Asisatischen Tischermücke.

Als Belege dienen Fotos oder reale Exemplare. Dazu betäubt oder tötet man die Mücke mit einem leichten Schlag, gibt sie in ein kleines stabiles Gefäß und legt sie mindestens 15 Minuten in das Tiefkühlfach. Meist reicht schon, gut aufgelöste Fotos (aus verschiedenen Winkeln, vor allem mit Beinen) an die E-Mail-Adresse meckesheim(@)tigermuecke.info zu senden. Die Mücke bitte aufbewahren. Falls sich der Verdacht erhärtet, wird das Exemplar abgeholt, um es eindeutig unter dem Mikroskop zu bestimmen.

Weitere präventive Maßnahmen
Was können Bürgerinnen und Bürger neben dem Melden eventueller Tigermückenfunde noch tun? Vor allem auch außerhalb des vermuteten Verbreitungsgebietes im Umfeld der Straße Alte Gärtnerei ist es wichtig, in allen Ecken des Gartens und Außengeländes versteckte Brutstätten ausfindig zu machen und sie zu beseitigen. Brutstätten sind alle Gefäße, in denen sich Regen- oder Gießwasser sammelt, das mindestens eine Woche stehen bleiben kann: Regentonnen, Eimer, demontierte Autoreifen, auch Blumenkübel, hohle Zaunpfähle oder Sonnenschirmständer. Da die Eier an den Gefäßen anhaften, sollten diese niemals ohne vorherige Reinigung - ausbürsten oder mit heißem Wasser ausspülen - oder nur zerstört entsorgt werden. Belebte Gartenteiche oder Tiertränken - sofern diese regelmäßig mindestens alle fünf Tage geleert werden - sind in der Regel unproblematisch.

Würden die Kontrolle und die Bekämpfung nicht erfolgen, könnten sich die Tigermücken innerhalb einer Saison massiv ausbreiten, da jedes Tigermücken-Weibchen mehr als hundert Eier ablegen kann. Hat sich die Population einmal gefestigt, ist es natürlich weitaus schwieriger, sie wieder einzudämmen. Deshalb verfolgen die Bekämpfer das Ziel, der Verbreitung bereits in den Anfängen zu wehren.

Die Bekämpfungsaktion in Meckesheim wird von der Icybac – biologische Stechmückenbekämpfung GmbH koordiniert, die Tigermückenkontrollen auch in anderen Städten und Gemeinden durchführt.

Wer Fragen hat, kann sich wenden an E-Mail: meckesheim(@)tigermuecke.info oder Gabriele Stadler Tel.: 015901313446, E-Mail: gabistadler(@)icybac.de

 

Foto: ICYBAC-biologische Stechmückenbekämpfung/Becker

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Zecken übertragen gefährliche Erkrankungen, vor allem FSME und Borreliose. Die Zahl der Risikogebiete für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) steigt in Deutschland ständig. Diese Krankheit wird durch Zeckenbisse übertragen und kann beim Menschen eine Hirnhautentzündung zur Folge haben.

Auch der Rhein-Neckar-Kreis zählt wie fast ganz Baden-Württemberg, Bayern sowie das südliche Hessen zu den FSME-Risikogebieten, in denen das Robert-Koch-Institut Impfungen empfiehlt.

BW-Stiftung

Robert-Koch-Institut

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