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Aktuelles aus der Kirche

Desinfektionsmittel statt Weihwasser


Endlich finden wieder Gottesdienste in den Kirchen statt

Lange Zeit konnten die Gottesdienste nur im Fernsehen oder per Livestream verfolgt werden. Die Freude war groß, als in Baden-Württemberg verkündet wurde, dass die Kirchen wieder geöffnet werden um gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Auch in Reilingen dürfen Pfarrerin Eva Leonhardt und Kaplan Tobias Springer seit einigen Wochen wieder mit ihrer Gemeinde zusammen feiern, müssen dabei aber die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen einhalten. Auch wenn es für viele Menschen ein eigenartiges Gefühl war, oder immer noch ist, Gottesdienst auf Abstand zu feiern, überwiegt die Freude der Besucher deutlich. Jedoch gilt auch in der Kirche, dem Risiko einer eventuellen Infektion mit dem Corona -Virus keine Chance zu geben und so mussten beiden Konfessionen ein sorgfältiges Konzept für den Kirchenbesuch erstellen und die Besucher bei der Einhaltung der Regeln unterstützen.

Nach der Berechnung aller Abstandsregeln dürfen sich nun in der katholischen Kirche 66 Personen und in der evangelischen Kirche 36 Personen zusammen finden. Damit die Besucher genau wissen, wo sie sich hinsetzten dürfen, wurden in der Kirche St. Wendelin Punkte und in der Weinbrennerkirche Zettel an die jeweiligen Sitzplätze geklebt. Überwiegend sind einzelne Plätze markiert, aber für Ehepaare gibt es auch in beiden Kirchen die Möglichkeit beim Gottesdienst nebeneinander zu sitzen. Doch bevor man von den freundlichen Ordnern zu seinem Platz gebracht wird, muss man sich am Eingang anmelden und mit Mund- und Nasenschutz zuerst die Hände mit Desinfektionsmittel besprühen lassen. Soweit sind die Regelungen in beiden Kirchen gleich.

Selbstverständlich ist auch das Orgelspiel nach wie vor erlaubt. Doch während man in der katholischen Kirche an seinem Platz die Maske abnehmen darf, musste diese, bis zum vergangenen Sonntag, in der evangelischen Kirche über den gesamten Gottesdienst getragen werden. Ab kommenden Sonntag darf sie auch bei den Protestanten abgenommen werden. Pfarrerin Eva Leonhardt freut sich schon, endlich wieder in die Gesichter der Gläubigen schauen zu können. „Es ist schon eine ganz andere Art von Gottesdienst, für die Menschen und für mich“ erklärt die Pfarrerin, die selbst viele zum Teil verwirrende Regeln beachten muss. Seltsam ist es auch, dass bei einem Gottesdienst nicht gesungen werden darf und die Gemeinde lediglich das Glaubensbekenntnis und das „Vater Unser“ leise mitsprechen darf. Als in der evangelischen Kirche Anfang Juni der erste Präsenzgottesdienst gefeiert wurde, hatten sich recht viele Menschen dazu angemeldet, doch an den folgenden Sonntagen waren es dann leider wieder deutlich weniger.

Allerdings gibt es auf evangelischer Seite auch weiterhin die Möglichkeit den Gottesdienst Online anzuschauen, denn dieser wird mit gefilmt und im Anschluss auf die Homepage der evangelischen Kirchengemeinde gestellt.

In der katholischen Kirche, wo schon im Mai mit den Gottesdiensten gestartet wurde, haben die Gläubigen und Kaplan Tobias Springer schon etwas Übung im Umgang mit den neuen Regeln, die hier etwas lockerer erscheinen. „Es ist schön, dass wir wieder zusammen Gottesdienst feiern dürfen und sich die Menschen auch langsam wieder trauen in die Kirche zu kommen. Ich habe mich mittlerweile auch schon recht gut an die neue Art der Gottesdienste gewöhnt, aber am Anfang war es schon etwas komisch“, erklärt Kaplan Tobias Springer. Er freut sich, dass die Menschen wieder Mut haben um in die Kirche zu kommen und sich die Zahl der Anmeldungen seit Beginn der Präsenzgottesdienste fortwährend erhöht.

Am Samstagabend, als im Rahmen der Vorabendmesse auch den verstorbenen Gemeindemitgliedern gedacht wurde, war die Kirche sogar bis auf den letzten verfügbaren Platz besetzt, weil die Angehörigen dabei sein wollten. Hier kamen die Ordner kurzzeitig sogar etwas ins Schwitzen. Einige Familien wollten gerne zusammensitzen, aber dennoch war es notwendig, den Abstand zu den anderen Gläubigen einzuhalten, was sich letztendlich auch gut umsetzen ließ.

Annemarie Assmann hat sich gerne für den Dienst als Ordnerin in der katholischen Kirche gemeldet und sagt: „Es spürbar ist, dass sich die Angemeldeten freuen wieder, am Gottesdienst teilnehmen zu können. Meist sind die Besucher einsichtig, wenn sie gebeten werden die Abstände einzuhalten“. Sie erinnert sich noch an die strahlenden Gesichter und die leuchtenden Augen der Besucher, als sie im Mai wieder zum Gottesdienst kommen durften und endlich wieder in die vertrauten Gesichter Ihrer Glaubensgemeinschaft blicken konnten. Leider ist bei der Feier noch einiges anders als vorher. So werden die Lieder nicht gesungen, sondern gemeinsam gebetet, was bei den Besuchern auf positive Resonanz stößt.

Beim Friedensgruß lächelt oder winkt man sich zu anstatt, seinen Sitznachbarn die Hände zu reichen und beim Gang zum empfangen der heiligen Kommunion, muss jeder auf ausreichend Abstand achten. Bevor Kaplan Tobias Springer vor die Gemeinde tritt um die Kommunion auszuteilen, muss er gründlich seine Hände desinfizieren. Auf die Mundkommunion muss bedauerlicherweise ganz verzichtet werden. Auch für die Ministranten ist das Dienen in der Kirche anders geworden, da sie sich durch die Abstands- und Hygieneregeln nicht mehr so aktiv einbringen können. So berichten es Lisa und Anna Lauer, die am Samstag den Kaplan beim Gottesdienst unterstützten.

Auch wenn in beiden Kirchen momentan weniger Besucher zu den Gottesdiensten kommen als vor der Corona –Pause ist, die Freude der Besucher groß und sie wissen den Einsatz der Geistlichen und auch den Helfern sehr zu schätzen. Magarete und Dieter Hopf haben schon in beiden Kirchen die Gottesdienste mitgefeiert und loben die Freundlichkeit aller Beteiligten ebenso wie die schöne Gestaltung der Gottesdienste durch Eva Leonhardt und Tobias Springer. „Man gewöhnt sich an den Abstand und die Atmosphäre live in der Kirche ist einfach viel schöner, als zu Hause beim Anschauen eines Online-Gottesdienstes. Man nimmt doch immer etwas mit, das auch später in den eigenen vier Wänden noch nachwirkt“, erklärt das Ehepaar.
K.D /Fotos: K.D.

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