Gemeinde Reilingen

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Die Gemeinde schaut zurück

Das Gemeindegeschehen im Jahr 1993 - Langbericht

[Online seit 02.01.2018]

Jahresrückblick 1993 - Vorausschau 1994

 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Jahr 1993 hat sich seinem Ende zugeneigt. In wenigen Tagen ist Weihnachten, und es trennt uns dann nur noch eine Woche von Silvester. Wir befinden uns in der Adventszeit in der sich die Menschen auf das Weihnachtsfest freuen, sich darauf vorbereiten und alljährlich in einer gewissen Erwartung leben. In den Innenstädten und Gemeindezentren leuchtet seit dem ersten Adventssonntag die Weihnachtsbeleuchtung, die, wenn auch künstlich, Licht in diese lichtarme Zeit zusätzlich bringt.

 

Viele Menschen merken davon jedoch nicht viel. Rastlose Geschäftigkeit hetzt nicht nur die berufstätige Bevölkerung noch verstärkt in dieser vorweihnachtlichen Zeit durcheinander. In allen Bereichen müssen noch schnell Abschlüsse und Einkäufe getätigt werden. Dies dient zum Teil auch der Festvorbereitung oder weil das kalendermäßige Jahresende und daraus resultierende Ausschlußtermine die Unrast in diesen Tagen verstärken.

 

Dazu kommt, daß in dem zu Ende gehenden Jahr so manche Sorge um das Ein- und Auskommen die Menschen begleitet. Nicht wenige verloren oder verlieren um den Jahreswechsel 1993/94 ihren Arbeitsplatz, weil Firmen rationalisieren müssen oder die Konjunkturlage zum Arbeitsplätzeabbau bis hin zur Betriebsschließung zwingt. Die bereits vor einem Jahr erkennbaren Zeichen einer Rezession sind nun leider spürbar geworden. Die meisten Politik- und Wirtschaftsweisen sehen noch kein Ende der Talsohle, da die Wirtschafts- und Strukturkrisen weltweit zumindest noch europaweit anzutreffen sind.

 

Es wäre jedoch nun verkehrt, auch wenn noch keine verläßlichen Aussagen für einen Konjunktur-Aufschwung gemacht werden können, in Resignation zu verfallen oder im Chor mit den Medien auf die Suche nach Schuldigen und Verantwortlichen für Fehler der Vergangenheit zu gehen. Das wäre nutzlose Energieverschwendung. Vielmehr müssen wir wirklich das vielbeschworene Umdenken beginnen und dies jeder zunächst bei sich selbst. Wir sollen versuchen zu lernen uns einzugestehen, daß alles, was wir nicht mit eigenen Mitteln bewältigen und bezahlen können, dann eben meist noch Zeit hat. Unrentable Anschaffungen auf Pump sollten in öffentlichen, wie auch in privaten Haushalten vorläufig der Vergangenheit angehören. Vielleicht gelingt es uns auch in diesem, für alle schmerzlichen Undenkungsprozeß, wieder Notwendiges von Überflüssigem, Wichtiges von Wünschenswertem zu unterscheiden. Auch im Umgang mit den Energieträgern und unseren Naturschätzen, ebenso mit Grundwasser und Luft, müssen wir noch bewußter werden und im Verbrauch zurückhaltender. Sonst wird die Reparatur der Schäden nicht nur unbezahlbar, sondern generationenlang irreparabel bleiben.
Unser demokratischer, freiheitlicher und sozialer Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland ist, das zeigt die gegenwärtige Lage sehr deutlich, auch nur überlebensfähig wenn sich einzelne Bürger nicht nur alle Freiheiten nehmen und staatsbürgerliche Rechte ausschöpfen, über Pflichten aber meinen frei hinweg gehen zu können. Unsere Gesellschaft funktioniert nur durch ein ausgewogenes Gleichgewicht von Rechten und Pflichten aller. Dies zu überwachen ist Aufgabe der aus freien Wahlen hervorgegangenen Parlamente, die sich dafür ihrer jeweiligen Regierungen und Verwaltungen bedienen. In einer repräsentativen Demokratie muß man dies akzeptieren, wenn wir nicht das demokratische System und die Unregierbarkeit des Staates riskieren wollen.

Mit diesen und weiteren grundlegenden Problemen und Gedanken beschäftigen sich derzeit einige, die in Staat und Wirtschaft Verantwortung tragen. Es bleibt zu hoffen, daß allgemein verständliche Aussagen der Politiker bei den 1994 bevorstehenden Wahlen in der Bundesrepublik und Europa bei den Wählern ankommen. Nichts wäre schädlicher, als weitergehendes Desinteresse an Gemeinde, Staat und Europa. Demokratische Systeme können nur am Leben erhalten werden, wenn sich alle oder zumindest eine überzeugende Mehrheit an der Meinungsbildung auf Zeit beteiligen. Wer dieses oberste demokratische Recht im Jahr 1994 nicht für sich nutzt, hat für vier oder fünf Jahre sich selbst um sein vornehmstes Bürgerrecht beraubt. Aus den gegenwärtigen Krisen, die sich ja nicht nur auf den Wirtschaftssektor beschränken, können nur durch starke Mehrheiten gebildete Regierungen die Weichen für eine hoffnungsvollere Zukunft neu stellen.

 

Wenn wir aber zunächst einmal in diesen Tagen gemeinsam den Blick zurück auf das verflossene Jahr richten, dann können wir, zumindest hier in Reilingen, recht froh und zufrieden mit dem Erreichten sein. Es ist uns gelungen, im Jahr 1993 das meiste der Vorhaben und teilweise hochgesteckten Ziele zu erreichen. Lange geplante Maßnahmen konnten abgeschlossen, andere kurzfristigere Planungen zügig in Ergebnisse umgesetzt werden.

 

Im Bereich des Hochbaues war es möglich nicht nur den Rohbau für den Wiederaufbau der Mehrzweckhalle zu erstellen und bei einem Richtfest am 23. September ein Zwischenstadium zu feiern. Es ist uns auch nahezu gelungen, zum Jahresende die Mehrzweckhalle unter Dach und Fach zu bringen. Wenn die Zeit für einige aufgetretene Verzögerungen bei den einzelnen Gewerken durch verstärkten Koordinierungseinsatz aufgeholt werden kann, sollte es möglich sein, unsere Mehrzweckhalle Ende August 1994 einzuweihen.
Für die Beseitigung der Brandfolgen und den bisherigen Wiederaufbau sind bis Ende 1993 ca. 3,5 Mio. DM aufgewendet worden.

Am 17. Mai hatten rund 12 Monate Planung ein Ende. Mit dem Wiederaufbau der am 17. September 1991 durch Brandeinwirkung vollständig vernichteten Mehrzweckhalle der Fritz-Mann- 
herz-Hallen wurde' begonnen: Nach nur 18 Wochen konnte bereits Richtfest für den Hallenbau gefeiert werden. Der Gebäudekomplex ist zwischenzeitlich vollständig unter Dach. 
Fotos: S. v. Sagunski
Am 17. Mai hatten rund 12 Monate Planung ein Ende. Mit dem Wiederaufbau der am 17. September 1991 durch Brandeinwirkung vollständig vernichteten Mehrzweckhalle der Fritz-Mann-
herz-Hallen wurde' begonnen: Nach nur 18 Wochen konnte bereits Richtfest für den Hallenbau gefeiert werden. Der Gebäudekomplex ist zwischenzeitlich vollständig unter Dach.
Fotos: S. v. Sagunski

Als ein weiteres, für die öffentliche Nutzung gewidmetes Gebäude, konnte das Franz-Riegler-Haus wieder in Betrieb gehen. Nach einer Generalsanierung vom Keller bis zum Dachfirst, die ca. 1 Mio. DM erforderlich machte, wird seit Ende dieses Jahres das ehemalige Schulhaus wieder zur Nutzung bereitgehalten. Die schon viele Jahre angestrebte Instandsetzung und Sanierung, die letztendlich der notwendigen Erhaltung dieses Gebäudes diente, mußte in der Vergangenheit immer wieder wegen fehlender Finanzierungsmöglichkeiten zurückgestellt werden. Es ist deshalb umso erfreulicher für alle Beteiligten und Nutzer, daß damit ein weiteres öffentliches Gebäude für viele Jahre erhalten werden konnte.

In nur sieben Monaten Bauzeit wurde das Franz-Riegler-Haus von Grund auf saniert. Das Haus der Jugend und Altenbegegnung konnte am 16. November seiner Bestimmung übergeben werden. Mit einem Zuschuß von DM 150.000 fördert das Land die bereits zu Beginn
Foto: Christian Bickle
In nur sieben Monaten Bauzeit wurde das Franz-Riegler-Haus von Grund auf saniert. Das Haus der Jugend und Altenbegegnung konnte am 16. November seiner Bestimmung übergeben werden. Mit einem Zuschuß von DM 150.000 fördert das Land die bereits zu Beginn
Foto: Christian Bickle

Im Wohnungsbau hat im Jahr 1993 die Gemeinde eigene Wohnungsbaugesellschaft ihre ersten beiden von der Gemeinde übernommenen Objekte saniert und bis auf Restarbeiten instandgesetzt. Damit hat unsere KWG ihre Aktivitäten begonnen, die sich mit Planungen für zwei Sechsfamilienhäuser im Sanierungsgebiet kontinuierlich fortsetzen werden.

 

Im Reilinger Neubaugebiet "Holzrott", 1. Bauabschnitt, sind zum Ende des Jahres 1993 fast alle der 50 Bauplätze bebaut oder befinden sich in Bebauung; Im Bereich 2. Bauabschnitt wurden von einer regionalen Wohnungsbaugesellschaft 30 Mietwohnungen mit Belegungsrecht für die Gemeinde fertiggestellt. Einschließlich weiteren sechs Wohnungen, für die die Gemeinde sich zunächst auf zehn Jahre das Belegungsrecht einräumen ließ, konnten in diesem Jahr immerhin 36 Sozialwohnungen von neuen Mietern bezogen werden. In allernächster Zeit werden auch im 2. Abschnitt "Holzrott" 27 Eigentumswohnungen bezugsfertig, wovon wir uns einen weiteren Entlastungseffekt bei der Wohnungsnachfrage versprechen.

Deutlich zur Entspannung des in den letzten Monaten arg strapazierten Wohnungsmarktes beigetragen hat der Bau von 30 Mietswohnungen und 27 Eigentumswohnungen im 2. Teilabschnitt des Neubaugebietes "Reilinger Holzrott". Die von einem regionalen Bauträger erstellten Mietwohnungen wurden ausschließlich von durch die Gemeinde vorgeschlagenen Bewerbern belegt, die über Bezugsnachweise nach dem Wohnungsbindungsgesetz verfügen. 
 Foto: Christian Bickle
Deutlich zur Entspannung des in den letzten Monaten arg strapazierten Wohnungsmarktes beigetragen hat der Bau von 30 Mietswohnungen und 27 Eigentumswohnungen im 2. Teilabschnitt des Neubaugebietes "Reilinger Holzrott". Die von einem regionalen Bauträger erstellten Mietwohnungen wurden ausschließlich von durch die Gemeinde vorgeschlagenen Bewerbern belegt, die über Bezugsnachweise nach dem Wohnungsbindungsgesetz verfügen.
Foto: Christian Bickle

Im Sanierungsgebiet IV, „Ortskern – Hauptstraße/Neugasse“ wird derzeit das erste Sanierungsobjekt neu errichtet. Entsprechend den Festsetzungen im Bebauungsplan sind im Erdgeschoß Geschäftsräume und darüber Wohnräume vorgesehen.

Als Tiefbaumaßnahmen konnte der zweite Abschnitt der Wilhelmstraße fertiggestellt und einschließlich Baumbepflanzung seiner Bestimmung übergeben werden. Mit der Maßnahme war im Juni 1992 begonnen worden. Mit der Erneuerung der Wasserleitungen und der gesamten Abwasserbeseitigung einschließlich der Erd-, Pflaster- und Straßenbauarbeiten sowie der Straßenbeleuchtung hat auch dieses Tiefbauvorhaben ca. 1 Mio. DM gekostet.

Rund zwölf Monate nahmen die Tiefbauarbeiten in Anspruch, um der Wilhelmstraße zwischen den Einmündungen Ziegelstraße und Hockenheimer Straße ein rundum erneuertes Aussehen zu geben. Auslöser der Baumaßnahme waren Schäden Kanal, Wasserleitung und Straßendecke. Erwünschter Nebeneffekt der mit rund 5,0m ausgebauten Fahrbahn ist die deutliche Minderung der Fahrzeuggeschwindigkeit. 
Foto: Christian Bickle
Rund zwölf Monate nahmen die Tiefbauarbeiten in Anspruch, um der Wilhelmstraße zwischen den Einmündungen Ziegelstraße und Hockenheimer Straße ein rundum erneuertes Aussehen zu geben. Auslöser der Baumaßnahme waren Schäden Kanal, Wasserleitung und Straßendecke. Erwünschter Nebeneffekt der mit rund 5,0m ausgebauten Fahrbahn ist die deutliche Minderung der Fahrzeuggeschwindigkeit.
Foto: Christian Bickle

Nach einer fast zehn Jahre dauernden Bauleitplanung (Flächennutzungs- und Bebauungsplanung) und vielen Diskussionen und Beratungen in verschiedensten Gremien, konnte in diesem Jahr endlich der Ausbau der "Haydnallee" zwischen der "Carl-Benz-Straße" und der "Wilhelmstraße" erfolgen. Gleichzeitig wurde damit ein kleines Gewerbegebiet, das die im Außenbereich befindlichen Gewerbe- und Vereinseinrichtungen einschloß, für künftige Bebauung und Nutzung vorbereitet. Auch hier werden die Straßenbauarbeiten, trotz frühem Winterbeginn, demnächst abgeschlossen werden können. Mit der Fertigstellung der Erschließungsmaßnahmen für das Gewerbegebiet wird auch das Verbindungsstück der "Haydnallee" für den Verkehr freigegeben.

1993 ist es endlich gelungen, eines der langwierigsten Planfeststellungsverfahren abzuschließen und das für den innerörtlichen Verkehr so bedeutende Straßenteilstück der Haydnallee zwischen der Carl-Benz-Straße und der Wilhelmstraße fertigzustellen. Mit der Freigabe ist zum Jahreswechsel zu rechnen, wenn auch das angrenzende, rund 2,5 ha umfassende Gewerbegebiet baureif erschlossen sein wird. 
 Fotos: Christian Bickle
1993 ist es endlich gelungen, eines der langwierigsten Planfeststellungsverfahren abzuschließen und das für den innerörtlichen Verkehr so bedeutende Straßenteilstück der Haydnallee zwischen der Carl-Benz-Straße und der Wilhelmstraße fertigzustellen. Mit der Freigabe ist zum Jahreswechsel zu rechnen, wenn auch das angrenzende, rund 2,5 ha umfassende Gewerbegebiet baureif erschlossen sein wird.
Fotos: Christian Bickle

Parallel mit diesen Erschließungsmaßnahmen wurde der Falkenweg geringfügig verbreitert und auf dem Gelände des seitherigen Bolzplatzes vier Bauplätze ausgewiesen. Der Bolzplatz selbst wurde an den Rand des neuen Gewerbegebietes verlegt. Bis zum Frühjahr wird er für die Benutzung der Kinder und Jugendlichen zur Verfügung stehen.

 

 Am 19. April 1993 hat der Gemeinderat auch eine Dokumentation des Zustandes unserer gesamten Abwasserkanäle (Länge 28 km) im Rahmen einer gesetzlichen Verpflichtung in Auftrag gegeben. Die Kosten für diese Untersuchung belaufen sich auf über 200.000 DM. Vom Ergebnis wird abhängig sein, welche laufenden Instandsetzungs- und Sanierungskosten in den nächsten fünf Jahren im Haushalt bereitgestellt werden müssen. Es bleibt zu hoffen, daß sich die Schäden in Grenzen halten, damit nicht auch noch Kosten für die Straßenwiederherstellung in noch unbekannter Höhe entstehen.

 

 

Schule, Kindergärten, Kirchen und Vereine
Im Grundschulbereich der Friedrich-v.-Schiller-Schule wurde erstmals die Kernzeitbetreuung eingeführt. Außerdem sind die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen, um ab dem Schuljahr 1993/94 mit der Gewährung von Zusatzunterricht für Achtklässler, nach zwei Jahren ein zehntes Schuljahr zu ermöglichen. Im Schulgebäude selbst sind die Räume für die Bibliothek, die Kernzeitbetreuung und der Fachraum für Informationstechniken neu eingerichtet.

 

Bei den Kindergärten konnte, zum Ende dieses Jahres festgestellt werden, daß in Reilingen jedes Kind, das das dritte Lebensjahr zum Jahresende vollendet hat, einen Kindergartenplatz erhalten kann und darüber hinaus noch ca. zehn Plätze frei sind. Um Kosten zu sparen, aber auch den Wünschen der Eltern entgegenzukommen, wurde der im Übergangswohnheim, Hauptstraße 84, von der katholischen Kirchengemeinde betriebene Kindergarten zunächst für ein Jahr geschlossen.
Unter enormem und bewundernswertem Einsatz freiwilliger Helfer geht derzeit die Innenrenovation der katholischen Kirche zügig voran. Die politische Gemeinde hat im vergangenen Jahr beschlossen, die Kirchenrenovierung auf die Dauer von maximal 14 Jahren mit jährlich höchstens DM 10.000,-- zu unterstützen. Damit konnte gewährleistet werden, daß die notwendigen Sanierungen und Instandsetzungen begonnen werden konnten und größere Schädigungen an diesem ortsbildprägenden sakralen Gebäude abgewendet werden.

 

Auf Anregung des Förderkreises Spargelbau hat die Gemeinde im Jahr 1993 zu Saisonbeginn einen Spargel- und Tabaklehrpfad geschaffen, Mit dieser Einrichtung soll der Bevölkerung und Besuchern und Gästen alles Wissenswerte über diese heimischen Sonderkulturen nähergebracht werden. Mit Unterstützung der Landwirtschaftsbehörden und ehrenamtlicher Helfer wollen wir versuchen, dieses weitere touristische Angebot zu erhalten und zu pflegen.

Vielfältig sind die Initiativen der Gemeinde, die Wettbewerbsfähigkeit der Sonderkulturen Spargel und Tabak zu verbessern. Auf einer Länge von rund 3,0 km informiert seit April ein eigens angelegter Spargel- und Tabaklehrpfad über Anbau, Artenvielfalt und Pflege dieser gerade für unsere Region wichtigen Wirtschaftsgüter. In Vorbereitung ist ein Spargelführer; der alle Gemeinden mit Spargelanbauflächen entlang der B 3 vorstellt. Mit Nachdruck verfolgt wird unverändert die Idee einer "Badischen Spargelstraße ". 
Fotos: Chistian Bickle/SZ
Vielfältig sind die Initiativen der Gemeinde, die Wettbewerbsfähigkeit der Sonderkulturen Spargel und Tabak zu verbessern. Auf einer Länge von rund 3,0 km informiert seit April ein eigens angelegter Spargel- und Tabaklehrpfad über Anbau, Artenvielfalt und Pflege dieser gerade für unsere Region wichtigen Wirtschaftsgüter. In Vorbereitung ist ein Spargelführer; der alle Gemeinden mit Spargelanbauflächen entlang der B 3 vorstellt. Mit Nachdruck verfolgt wird unverändert die Idee einer "Badischen Spargelstraße ".
Fotos: Chistian Bickle/SZ

Am Ende eines Rückblickes über ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr gilt es, wieder allen Dank zu sagen, die mit Ideen, gutem Mut und Willen auf den Ebenen der Vereine, der kirchlichen und sozialen Organisationen, in Verwaltung und Gemeinderat zum Gelingen unseres Einsatzes für die Dorfgemeinschaft Reilingen beigetragen haben. Es ist uns um ein weiteres Jahr gelungen, unsere Heimatgemeinde lebens- und liebenswert zu gestalten und zu erhalten.

 In den vor uns liegenden Jahren, der Mitte dieses Jahrzehnts, wird unsere Aufgabe nicht geringer, wohl aber schwieriger werden. Schon bei den Haushaltsvorbereitungen für das Jahr 1994 werden wir erkennen müssen, daß keine finanziellen Spielräume mehr vorhanden sind.

 Begonnene Maßnahmen müssen jedoch fertiggestellt, notwendige, auf gesetzlichen Bestimmungen beruhende Umweltschutzmaßnahmen (Abwasserbeseitigungsanlagen), werden soweit möglich über mehrere Jahre ausgedehnt. Bauleitplanungen für die Bereiche Ortsrand "Fröschau/ Wörsch", für die vier Sanierungsbereiche sowie für die Vorbereitung einer weiteren Erschließung im Bereich "Holzrott" werden auf jeden Fall zu Ende geführt.

Erhebliche Vorleistungen wurden in den letzten beiden Jahren bereits für einen Umbau des Rathausgebäudes bzw. eine dringend notwendige Erweiterung der seit 25 Jahren unveränderten Nutzflächen erbracht. Ein Planungswettbewerb wurde durchführt, mehrere Planungskonzepte entwickelt, die immer wieder den neuen Anforderungen, seien es dem Denkmalschutz oder finanziellen Vorgaben anzupassen und fortzuschreiben waren Seit September liegt eine Baugenehmigung vor. Teile der Verwaltung sind zwischenzeitlich in ein ehemaliges Wohnhaus in der Hauptstraße 67 ausgelagert. Die Sanierung und der Ausbau des im Zentrum der Gemeinde liegenden Gebäudekomplexes in der Hockenheimer Straße 1-3 soll Schwerpunktmaßnahme der Ortskernsanierung im kommenden Jahr sein.
Erhebliche Vorleistungen wurden in den letzten beiden Jahren bereits für einen Umbau des Rathausgebäudes bzw. eine dringend notwendige Erweiterung der seit 25 Jahren unveränderten Nutzflächen erbracht. Ein Planungswettbewerb wurde durchführt, mehrere Planungskonzepte entwickelt, die immer wieder den neuen Anforderungen, seien es dem Denkmalschutz oder finanziellen Vorgaben anzupassen und fortzuschreiben waren Seit September liegt eine Baugenehmigung vor. Teile der Verwaltung sind zwischenzeitlich in ein ehemaliges Wohnhaus in der Hauptstraße 67 ausgelagert. Die Sanierung und der Ausbau des im Zentrum der Gemeinde liegenden Gebäudekomplexes in der Hockenheimer Straße 1-3 soll Schwerpunktmaßnahme der Ortskernsanierung im kommenden Jahr sein.

Sorgen bereiten die angestrebte Renovierung und der Ausbau des alten Rathauses und alten Schulhauses, um auch der Gemeindeverwaltung für die nicht einfacher werdende Aufgabenerfüllung das erforderliche Arbeitsumfeld zu schaffen. Gleichzeitig sind wir nach gegenwärtiger Rechtslage auch verpflichtet, Vorsorge zu treffen, daß auch ab 1996 jedes dreijährige Kind einen Kindergartenplatz in Reilingen erhält. Wir sehen dies nach wie vor als unsere ureigenste Aufgabe an, wenn auch der Gesetzgeber inzwischen den Landkreis als den Träger der Jugendpflege dafür bestimmt hat. Die Gemeinde Reilingen hat jedoch frühzeitig erklärt, daß sie bei der Vor- und Fürsorge für die Jüngsten unserer Gemeinde weiterhin bereit ist, Verantwortung zu tragen, Vorrangiges Ziel ist es deshalb, für den veralteten und unwirtschaftlichen Kindergarten"St. Josef" nicht nur Ersatz zu schaffen, sondern mit einem möglichst dreigruppigen Kindergartenneubau auch den Willen des Gesetzgebers zu erfüllen. Uns bleiben dafür noch maximal zwei Jahre Zeit nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge. Aus diesem Grund wird zunächst die Gemeinde den Standort für den neuen Kindergarten endgültig festlegen müssen.

 

Im Jahr 1994 wird die Gemeinde einen bereits geplanten und in Auftrag gegebenen Spielplatz im Bereich "Holzrott" neu bauen und den bereits begonnenen Bolzplatz an der Haydnallee fertigstellen. Mit kleineren Erschließungsmaßnahmen im Sanierungsbereich sowie im Baugebiet "Holzrott" wird auch die Förderung des Wohnungsbaues weiter betrieben.
Insgesamt wird Gemeindeverwaltung und Gemeinderat noch mehr zurückhaltend und vorsichtig die Gemeindefinanzen im Auge behalten. Es bleibt zu hoffen, daß unsere, Bevölkerung, aber auch die Verantwortlichen in Kirchen, Schulen und Vereinen weiterhin bereit sind, das Geschehen in der Gemeinde mitzutragen, zu erhalten und soweit möglich wie seither zu fördern. In Zeiten leerer Kassen wird Gemeinschaftsgeist, Ideenreichtum und Kreativität vieles ersetzen müssen.

 

Am Ende des Jahres 1993 möchte ich mich aber auch wieder jenen Mitmenschen unter uns zuwenden, denen persönliches Leid, Trauer und Schmerz widerfahren ist. Ihnen wünsche ich, daß mitfühlende und helfende Menschen zu ihnen finden und ihnen echten Trost geben können. Als Glied unserer Gemeinschaft wünsche ich ihnen, daß sie die ihnen auferlegte Bürde annehmen, besser ertragen und hoffentlich auch bald wieder Freude und Glück empfinden können.

 

Allen meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die im Interesse und zum Wohle unserer Gemeinde alle unsere Bemühungen mitgetragen haben, an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön. Danken möchte ich auch all denen, die sich auf gemeindlichen, kirchlichen, sozialen, pädagogischen, kulturellen und sportlichen Gebieten wieder tatkräftig eingebracht haben und zu unseren Erfolgen beitrugen. Den Damen und Herren des Gemeinderates sowie allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich in gleichem Sinne.

 

Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest voller Geborgenheit, weihnachtlicher Freude und besinnliche Stunden im Kreise Ihnen nahestehender Menschen. Vor allem hoffe ich wieder mit Ihnen, daß wir auch im kommenden Jahr in Frieden leben dürfen, uns Gesundheit geschenkt wird und Glück und Zufriedenheit in ausreichendem Maße erhalten bleiben.

 

Ihr

Helmut Müller

Bürgermeister

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