Gemeinde Reilingen

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Die Gemeinde schaut zurück

Zum Jahreswechsel 2013 / 2014

[Online seit 10.12.2013]

Gemeinsam einen Neuanfang wagen

Das kommunale Geschehen im Jahr 2013 und ein zuversichtlicher Ausblick auf 2014
 
 
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
 
Was schon Ovid, ein römischer Dichter mit der Feststellung „Nichts Schnelleres gibt’s als die Jahre“, vor knapp 2.000 Jahren erkannte, wird mir immer wieder bei Geburtstagen und natürlich am Ende eines Jahres bewusst. Je arbeitsreicher das Jahr war, desto mehr scheint sich dieses Gefühl der vorbeifliegenden Zeit zu verstärken. Schon wieder steht ein Jahreswechsel bevor und wer ihn gesund erlebt, kann von sich behaupten, viel Glück gehabt zu haben. Zum Jahresende wird vielfach Bilanz gezogen und auch ich möchte dies mit meinem ersten Jahresrückblick in meiner noch jungen Amtszeit beibehalten.
 
In mancher Hinsicht war 2013 ein erfreuliches Jahr, für unser Land, auch für unsere Gemeinde; in anderer Hinsicht hätte so Manches auch besser laufen können.
 
Angela Merkel darf, eingebunden in eine große Koalition von CDU, CSU und SPD, als Bundeskanzlerin weitere vier Jahre die Geschicke unseres Landes bestimmen. Von der Regierungsverantwortung verabschieden musste sich die FDP, deren Erwartungen bei der Bundestagswahl am 22. September nicht annähernd erfüllt wurden.
Die neue Bundesregierung erhält Starthilfe von der Konjunktur. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist bestens. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist auf den höchsten Stand seit fünf Jahren angestiegen. Mit der Erholung 2013 und 2014 werden erfreulicherweise fast eine halbe Million neue Arbeitsplätze geschaffen.
 
In Reilingen haben sie mich am 21. April zu ihrem Bürgermeister gewählt. Der überaus große Vertrauensbeweis ist für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich, meine ganze Kraft für Ihre Interessen einzusetzen und Reilingen weiter voranzubringen. Meine feste Überzeugung: Erfolgreich werden wir nur dann sein, wenn sie sich als Bürger mit ihrer Meinung in die kommunalen Entscheidungsprozesse einbringen. Hierzu hatten Sie in den ersten Monaten meiner Amtszeit durch neue Angebotsformen bereits Gelegenheit, beispielsweise bei dem Bauvorhaben eines Möbelhauses am südlichen Ortsrand oder aber einem ersten Unternehmerbrunch. Auch eine Bürgerversammlung im November war ein ideales Forum, Ihnen eine ganze Anzahl unserer Projekte näher zu bringen, und eine rege Debatte über unsere Zukunftsvorhaben in Gang zu setzen.
Schon bei meiner Antrittsrede habe ich allerdings einschränkend deutlich gemacht, dass eine Politik des „Gehörtwerdens“ nicht gleichzusetzen ist mit einem „Erhörtwerden“. Und das, ich betone das ausdrücklich, in aller Konsequenz.
 
Auch die kommunalpolitische Landschaft in Reilingen hat sich verändert. Neben CDU, SPD, FDP und Freien Wählern, gibt es seit September einen Ortsverband der Grünen.
 
„Wutbürger“ auch in Reilingen
Uns allen ist das viele Emotionen weckende Großprojekt Stuttgart 21 und das dabei geprägte Wort vom „Wutbürger“ noch präsent. In Reilingen war es 2013 die B 36-Baustelle, die ein heftiges Echo verursacht und den ganzen Zorn der Bürgerinnen und Bürger auf sich gezogen hat. Insbesondere deshalb, weil der in Richtung Norden fließende Verkehr über Reilingen umgeleitet wurde und die Haydnallee, Haupt- und Hockenheimer Straße um bis zu 60 Prozent mehr belastet wurde. Vor allem die Informationspolitik des Bauträgers fand viel Kritik, aber auch die vorwiegend durch den Schwerlastverkehr entstandene Lärmproblematik.
Dass sich die Tiefbauarbeiten bis mindestens zum Jahresende verzögern, ist ein zusätzliches Ärgernis.
 
Ich bedauere diese Entwicklung ausdrücklich, da sie viele Bürgerinnen und Bürger im Verlauf der Umleitungsstrecke einseitig und das über einen längeren Zeitraum belastet. Ändern lassen sich diese Umstände indes nicht, so enttäuschend diese Aussage auch für viele Betroffene sein mag. Wir konnten sie allerdings durch begleitende Maßnahmen für die betroffenen Straßenanlieger etwas abmildern.
 
Vieles auf den Weg gebracht
Im Jahr 2013 konnten wir in Reilingen viel bewegen. Wir haben erneut stark in die Bildung und Infrastruktur investiert und die Weichen für eine Anzahl bedeutender Projekte gestellt, die wir in den kommenden Jahren angehen wollen. Wir können und wollen unserer Gemeinde einen Schub nach vorne geben, auch wenn unsere Finanzen mittelfristig nicht gerade auf Rosen gebettet sind. Ich bin zuversichtlich, dass wir für die eine oder andere Maßnahme Fördergelder in Anspruch nehmen können, die es möglich machen, unsere gemeinsam mit ihnen entwickelten Pläne zu verwirklichen.
 
Stirbt die Schule, dann stirbt auch die Gemeinde
Verstärkt haben wir unser Bemühen, der Reilinger Werkrealschule eine Zukunft zu geben. Sie führt seit dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und der erkennbaren Abwanderungstendenzen in Nachbarschulen mit attraktiverem Angebot, in eine stabile Einzügigkeit und ist in ihrer jetzigen Konzeption nicht überlebensfähig. Zukunft hat dagegen ein integrativer Bildungsweg in Form einer Gemeinschaftsschule, welcher die Elemente der erweiterten Realschule und der Gesamtschule verbindet und alle Bildungsabschlüsse bis hin zum Abitur umfasst. Die anstehende Bewährungsprobe können wir aber meines Erachtens nur im Wege einer interkommunalen Zusammenarbeit meistern.
 
Im Verwaltungsraum haben wir deshalb ergebnisoffene und partnerschaftliche Untersuchungen zur Neuordnung der Schullandschaft veranlasst. Sie sollen uns in die Lage versetzen, mit Schuljahresbeginn 2015/16 die Bildungsstätten im Verwaltungsraum den neuen Anforderungen anzupassen.
Die Interimszeit wollen wir in Reilingen mit einem Ganztagesangebot für die Klassen 8, 9 und 10 der Werkrealschule überbrücken, das zum Schuljahresbeginn 2014/15 anlaufen soll.
 
Die bestehende Kooperation mit der Stephen-Hawking-Schule könnte dabei als Bestandteil wünschenswerter Inklusion fortgesetzt werden.
 
Unser Ziel ist es darüber hinaus, die Grundschule zu einer offenen Ganztagsgrundschule umzugestalten.
 
Die 3. Klassen erhalten ihren Schwimmunterricht seit Schuljahresbeginn in St. Leon-Rot und im Aquadrom Hockenheim. Die Gemeinde Altlußheim hat ja bekanntlich ihre Schwimmhalle aus wirtschaftlichen Gründen Mitte des Jahres geschlossen.
 
Unsere sehr guten Nahverkehrsverbindungen der Linie 717 und 718 erhöhen die Flexibilität bei der Schulauswahl. Dies machen seit Jahren ansteigende Zahlen in Gymnasium und Realschule Walldorf deutlich. Zum Schuljahreswechsel waren es 98 Schülerinnen und Schüler aus Reilingen, die den Standort Walldorf bevorzugen und aus dem gesamten Verwaltungsraum mittlerweile sage und schreibe 174. Kein Wunder, wenn da die Beförderungskapazitäten schnell an ihre Grenzen stoßen und bereits erhöht werden mussten.
 
Den Gedanken einer Direktlinie zum S-Bahnhaltepunkt Walldorf/Wiesloch werde ich konsequent weiter verfolgen. Auch ein Anschluss an die Linie 729 zwischen den S-Bahnhaltepunkten Neulußheim und Rot-Malsch ist noch nicht völlig vom Tisch und durchaus eine bedenkenswerte Option.
 
Der rote Kunststoffbelag des Allwetter-Sportplatzes direkt hinter dem Schulgelände ist ziemlich ramponiert und muss nach 31 Jahren unbedingt erneuert werden. Die Gelder hierfür sind bereitgestellt, Sportfördermittel zugesagt und die Ausführung beauftragt. Mit der Arbeitsaufnahme müssen wir uns allerdings noch bis zur frostfreien Zeit im Frühjahr 2014 gedulden.
 
Anspruch auf frühkindliche Förderung
Gut aufgestellt sehe ich unsere Betreuungsangebote. Den vom Gesetzgeber zum 01. August eingeforderten Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung werden wir in vollem Umfang gerecht. Die Angebotsquote für Kinder zwischen ein und drei Jahren liegt in Reilingen bei 78 Plätzen oder 44 Prozent, und damit deutlich über der vorgegebenen Landesnorm von 34 Prozent oder der kreisweiten Betreuungsquote von aktuell 42 Prozent. Diese erfreuliche Entwicklung darf und wird für uns kein sanftes Ruhekissen sein. Unsere Kindergärten haben durchaus viel Potential, das aber beispielsweise bei den Öffnungszeiten, Schließtagen oder einer möglichen Aufnahme von Kindern ab einem Jahr noch nicht in vollem Umfang ausgereizt ist.
 
Den laufenden Betrieb unserer drei konfessionellen und zwei freien Einrichtungen unterstützen wir aktuell mit 1,784 Millionen Euro im Jahr; das bedeutet ein Plus von 174.500 Euro gegenüber dem Vorjahr. Umgerechnet auf die betreute Kinderzahl ergeben sich 4.902,48 Euro (Vorjahr 4.447,52 Euro) pro Kind.
 
Vom Land erhalten wir 1,149 Millionen Euro, die unserem Aufwand auf der Habenseite gegenübergestellt werden können. Von bisher 63 auf 80 Prozent der Betriebsausgaben für die Kinderbetreuung in der altersgemischten Gruppe aufgestockt haben wir die Gelder für den Kindertreff e.V.. In der Summe sind das rund 11.000 Euro, die auch die evangelische Kirchengemeinde in ähnlicher Höhe für den Betrieb des Oberlin Kindergartens als Mehreinnahme verbuchen darf. Sie deckt damit ihre Defizite ab.
 
Den Kindern steht in der Leharstraße eine erneuerte Spielfläche zur Verfügung.
 
Verstärkt haben wir unsere Zusammenarbeit mit dem Postillion e.V.. Die Jugendarbeit hat sich in der Folge eines neuen Konzeptes sichtbar verbessert. Ein neuer, ansprechend gestalteter Flyer macht neugierig auf das Angebot des Jugendtreff im Franz-Riegler-Haus, das neuerdings auch ein Bistro beinhaltet.
 
Mit einem Waldkindergarten weitet der Kindertreff sein Betreuungsangebot aus. Übernommen haben wir die Kosten für eine neue Außentreppe beim Kindergarten St. Josef.
 
Auf Alterungsprozess reagieren
Treffen die Prognosen der Statistiker ein, nimmt die Lebensalterszeit weiter zu, werden wir Menschen immer älter. Auf diese vorhersehbare Entwicklung gilt es, sich frühzeitig einzustellen. Zur Aufgabe haben wir es uns daher gemacht, in Reilingen einen Standort für ein weiteres Altersheim zu finden. Welche der zur Disposition stehenden Flächen schließlich zum Zuge kommen wird, ist noch offen. Im Gespräch ist eine durch den Abbruch des Gebäudebestandes entstandene Freifläche in der Hauptstraße 21/23, ein Teilbereich des Bürgerparks oder das Quartier zwischen Alte Friedhofstraße, Kirchenstraße, Schulstraße und Hockenheimer Straße.
 
Schon seit einiger Zeit wartet ein gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern erarbeitetes Konzept für das Spiel-, Sport- und Freizeitzentrum in der Nachtwaid darauf, auch umgesetzt zu werden. Mit dem notwendigen Glück lässt sich ein Großteil der geplanten multifunktionalen Anlage, quasi ein Bewegungsparcour für Jung und Alt, mit Hilfe des Mäzen Dietmar Hopp und seiner Stiftung realisieren. An der initiierten Förderaktion „alla hopp“ haben wir uns, wie viele Kreisgemeinden auch, beteiligt.
 
Große Pläne haben auch unsere Sportvereine Sportclub 08 und Turnerbund Germania. Sie wollen ihre gemeinsam betriebene Anlage im Süden der Gemeinde erneuern. Ein Kunstrasenplatz und eine Rundbahn mit einem Kunstbelag sollen es sein. Allein die Kosten von bis zu 1,3 Millionen Euro und das Fehlen eines überzeugenden, tragfähigen Finanzierungskonzeptes haben es seither verhindert, dass der Wunsch in Erfüllung gehen kann. Die aufgenommenen Gespräche mit den verantwortlichen Vereinsvertretern, den in Frage kommenden Förderstellen und dem Gemeinderat, stimmen mich jedoch zuversichtlich, dass gangbare Wege gefunden werden, das zukunftweisende Projekt für den Jugend- und Vereinssport gemeinsam zu schultern. Erste Zuschussanträge wurden bereits auf den Weg gebracht.
 
Schlummerndes Potential nutzen
Deutschland kann seine Energiekosten im Jahr 2020 um bis zu 33 Milliarden Euro senken, wenn die von der Bundesregierung beschlossenen Energieeffizienzziele umgesetzt werden. Wie viel davon tatsächlich realisiert wird, hängt auch von der Investitionsbereitschaft der Kommunen ab. Potentiale gibt es immer noch in allen Verbrauchsbereichen. Sei es beim Nutzerverhalten oder aber beim allzu sehr fragmentierten Bewirtschaften der Immobilienbestände. Das zeigt uns auch der jährliche Energiebericht, der die Verbräuche der kommunalen Gebäude detailliert aufzeigt. Unser Gegensteuern hat Wirkung gezeigt. Seit längerem nimmt der Energieverbrauch erkennbar und nachhaltig ab, in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel oder rund 936.000 Kilowattstunden.
Dennoch gibt es auf diesem Sektor noch viel zu tun. Der Gebäudebestand von Gemeinde und Kommunale Wohnungsbaugesellschaft ist bislang nur zum Teil energetisch saniert.
Verbesserungen haben wir in diesem Jahr in der Graf-Zeppelin-Straße 20 erreicht. Eine neue Heizungsanlage mit energiesparendem, gasbefeuertem Heizkessel und eine gedämmte oberste Geschossdecke sollen für die notwendige Reduktion des Verbrauchs sorgen. Auch die KWG Reilingen mbH, eine Tochtergesellschaft der Gemeinde, hat in den Wärmeschutz und eine effiziente Wärmeversorgung ihres Wohnungsbestandes investiert. Am Mehrfamilienhaus in der Hauptstraße 49 wurde der komplette Dachstuhl erneuert und mit rotbraunen Ziegeln neu eingedeckt. Selbstverständlich ist das oberste Geschoss jetzt wärmegedämmt und im Keller sorgt eine neue Heizungsanlage mit Gas-Brennwerttechnik für heißes Wasser und die notwendige Wärme in der kalten Jahreszeit. Die Außenfassade verschönert ein neuer Anstrich.
 
Die Themen „Energieeffizienz“ und „Klimaschutz“ haben eine weiterhin ansteigende Bedeutung. Der effektivste Weg, den Energieverbrauch in allen kommunalen Handlungsfeldern langfristig zu senken, ist die Einführung eines systematischen Energie- und Klimaschutzmanagements.
Das notwendige Instrumentarium wird uns ein integriertes Klimaschutzkonzept bieten, mit dem wir ein Hockenheimer Büro für Energiewirtschaft beauftragt haben.
 
Die „Schwetzinger Hardt“ ist eines der wenigen großflächig zusammenhängenden Flugsand- und Dünengebiete Mitteleuropas. Das Waldgebiet zeichnet sich durch eine Vielfalt seltener Biotope und Lebensräume aus, in dem wertvolle Reste einer schützenswerten Flora und Fauna erhalten geblieben sind. Seit November ist die rund 3.500 Hektar große Fläche, darunter auch Teile der Reilinger Gemarkung, als regionales Waldschutzgebiet und Erholungswald ausgewiesen.
 
Nichts tun, kostet richtig Geld
Zu unseren Daueraufgaben gehört es, erkannte Schäden frühzeitig zu beheben, denn nichts tun wird auf Dauer sehr teuer. Das gilt für unser Straßennetz genauso, wie für die Kanalisation oder beispielsweise unsere Hallen.
Eigentlich schon zu spät dran sind wir bei der Haydnallee, die im vorderen Teilabschnitt zwischen Haupt- und Speyerer Straße erheblich vorgeschädigt, jetzt mit der B 36-Umleitungsstrecke vollständig ramponiert werden wird. Da wir in einem größeren Teilbereich auch einen Abwassersammler ersetzen müssen, wäre der Oberflächenbelag aber ohnehin zu erneuern gewesen. Die in der Öffentlichkeit diskutierten Planvarianten bedeuten einen gravierenden Eingriff in das Straßenbild und treiben die Ausbaukosten in die Höhe. Die Rede ist von etwa zwei Millionen Euro, die ein solcher Straßenausbau kosten kann, der auch verkehrsberuhigende Elemente beinhalten soll.
 
Zeitgleich schaffen wir östlich der Haydnallee neues Planungsrecht, indem der aus den 60er Jahren stammende Aufbauplan durch einen qualifizierten Bebauungsplan ersetzt wird. Damit kann für die Zukunft eine gewisse Nachverdichtung einhergehen, weil in diesem allgemeinen Wohngebiet beispielsweise die Baufenster etwas vergrößert, ein Dachgeschossausbau ermöglicht und die Nutzungsart den heutigen geändert wird.
 
Sichtbare Fortschritte machen unsere Pläne, die Ortsstraßen Neugasse und Bierkellergasse zu erneuern. Unser Ziel war und ist es, die Straßenanlieger fest in den Entscheidungsprozess einzubinden und insbesondere die Neugasse im kommenden Frühjahr zu sanieren. Der geplante Grundausbau kommt auf 689.000 Euro. Diese Summe ist nur zum Teil aus dem Gemeindehaushalt zu finanzieren. Rund 300.000 Euro steuert das Land über einen Sanierungszuschuss bei.
Bei der Bierkellergasse muss ich die Anwohner noch so lange um Geduld bitten, bis uns beantragte Fördergelder für ein drittes Sanierungsgebiet bewilligt worden sind.
 
Eine Dauerbaustelle ist und bleiben die Fritz-Mannherz-Hallen. In jedem Jahr müssen viel Man-Power und tausende Euro aufgebracht werden, den Veranstaltungskomplex in Schuss zu halten. Dazu gehören ein Schutzanstrich der Holzteile. Stellenweise war der Fußbodenbelag zu ersetzen. Bereits in Auftrag gegeben ist eine Sanierung des Sporthallendachs. Die Aluminiumkonstruktion muss im Frühjahr erneuert werden. Allein dafür werden aus der Gemeindekasse über 390.000 Euro fällig.
 
Umstrittene Prestigeobjekte
Mit großer Freude darf ich heute feststellen, dass wir nach vier Jahren Vorlaufzeit im zeitigen Frühjahr endlich die Friedhofskapelle sanieren können. Auf rund 770.000 Euro ist das längere Zeit umstrittene Prestigeobjekt der Gemeinde veranschlagt. Der aus den 50er Jahren stammende Sakralbau braucht mehr als nur eine Schönheitskur. Er soll durch einen eingeschossigen Vorbau erweitert werden, wodurch sich die Sitzplatzkapazität auf 188 mehr als verdoppeln wird. Die überalterte Technik, sanitäre Anlagen, Ver- und Entsorgungsleitungen müssen komplett erneuert werden. Ein beidseitiger Anbau wird ein barrierefreies WC aufnehmen. Auch ein dritter Aufbewahrungsraum ist möglich. Über die Vergabe der Bauleistungen wird der Gemeinderat demnächst entscheiden.
In der neunmonatigen Bauzeit müssen sich die Trauernden mit einem Provisorium behelfen. Anstehende Trauerfeiern können dann ausschließlich in den beiden örtlichen Kirchen und im Lutherhaus stattfinden.
 
Nach vielen Gesprächen zeichnet sich eine Lösung auch für eine weitere kommunale Immobilie ab – dem Areal Schlossmühle.
Eine Reprivatisierung ist mit Ratsbeschluss vom 09. Dezember abgewendet und die dauerhaft regionalhistorische Nutzung auf Basis einer Erbpacht sichergestellt. Als potentieller Pächter steht der Börsenspezialist Dirk Müller bereit. Er will auf dem Gelände die Geschichte der Region erlebbar machen und in Abstimmung mit den Denkmalbehörden weitere Ausgrabungen zulassen. Sein Nutzungskonzept sieht den Abriss des maroden Gebäudebestandes und einen Neubau mit Veranstaltungsraum für 80 bis 100 Personen, Gastronomie, Romantikgarten, Museum und Ferienwohnungen vor. Allerdings erfordern diese Nutzungen aller Voraussicht ein neues Planungsrecht in Form eines Bebauungsplanes.
 
Abwassergebühr bleibt 2014 stabil
Auf dem Abwassersektor ist unsere Gemeinde vorbildlich. Die Schäden sind zum überwiegenden Teil behoben. Die seitherige, auf mehrere Jahre angelegte Kanalsanierung hat einschließlich dem diesjährigen Kostenaufwand mehr als 2,6 Millionen Euro verschlungen. Und in den kommenden zwei Jahren wollen wir noch einmal 850.000 Euro aufbringen, um auch die kleineren Schadbilder komplett zu beseitigen.
 
Unsere Investitionen sind bereits in der Gebührenkalkulation berücksichtigt. Der aktuelle Gebührensatz bleibt auf jeden Fall bis Ende 2014 unangetastet. Allerdings ändert sich mit dem neuen Kalenderjahr die Fälligkeit der Abwasser- und Wassergebühren, die künftig in vier gleichen Teilen je Quartal zu entrichten sind.
 
Die Auswirkungen des Klimawandels treffen unsere Siedlungsgebiete in besonderem Maße. Das hat die Hochwasserkatastrophe Anfang Juni gezeigt, die weite Teile im Süden und Osten Deutschlands für Tage und Wochen lahm gelegt hat. Die braune Flut wälzte sich auch durch den Kraichbach, glücklicherweise aber ohne konkrete Folgen für unseren Ort. Starke Niederschläge können aber sehr wohl bei uns zu einem überlasteten Kanalnetz führen. Es verfügt zwar über ein gewisses Stauvolumen. Für Jahrhundertereignisse ist es jedoch nicht ausgelegt. Unser für den Abwassersektor verantwortliches Ingenieurbüro hat deshalb kürzlich die schon vor längerer Zeit angestrebte hydrodynamische Berechnung der Kanalisation abgeschlossen. Sie war seither zurückgestellt worden, bis die angemeldeten Wohn- und Gewerbeflächen im Flächennutzungsplan verbindlich aufgenommen sind.
 
Über die zu ziehenden Konsequenzen sowie Art und Umfang eventueller Einzelmaßnahmen erfahren Gemeinderat und Öffentlichkeit bis zum Frühjahr genaueres.
 
Den Anschluss nicht verlieren
Wie es den Anschein hat, wird es wohl auch in diesem Jahr nicht gelingen, das bereits vor längerem begonnene Feststellungsverfahren für einen Flächennutzungsplan für den Verwaltungsraum Hockenheim zum Abschluss zu bringen. Da einzelne Inhalte einen Zielverstoß gegen Vorgaben des im September verabschiedeten Einheitlichen Regionalplans der Region Rhein-Neckar darstellen und das Überangebot an Wohnflächen dem reduzierten Bedarf anzupassen ist, muss die Planoffenlage wiederholt werden; verzögert sich das Verfahren weiter. Unser ausgewiesenes Reservoir an Wohnbauflächen liegt jetzt bei 10,48 Hektar (12,18 Hektar ./. 1,7 Hektar).
 
Während unsere Nachbargemeinden kräftig expandieren, sind in Reilingen nur verhaltene Bauaktivitäten erkennbar. Da müssen wir sehen, dass auch wir den Anschluss nicht verlieren und ein weiteres, kleines Baugebiet, beispielsweise im Bereich Herten erschließen. Dabei geht es uns nicht zwingend und in erster Linie um weiteres Wachstum. Wir wollen auch mit Blick auf eine alternde Gesellschaft unsere jetzige Gemeindegröße durch Zuzug junger Familien erhalten und stabilisieren. Und wir wollen, dass unsere öffentlichen Einrichtungen auch in Zukunft ausgelastet sind und bleiben.
 
Noch nicht konkretisiert haben sich erste Gedanken, ein Wohnheim für 24 behinderte Menschen mit Defiziten bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen im Ortskern zu verorten.
 
Der zehnjährige Förderzeitraum für das Sanierungsgebiet „Ortskern Reilingen II“ läuft Ende 2014 aus. Bis dahin gilt es mit Nachdruck, noch verbliebene öffentliche wie auch weitere private Maßnahmen fristgerecht abzuwickeln und vollständig abzurechnen. Wir wollen darüber hinaus die gebotene Chance nutzen, in ein neues Förderprogramm für ein Sanierungsgebiet „Ortskern Reilingen III“ aufgenommen zu werden, das uns die Gelder für einen Ausbau der Bierkellergasse einschließlich begleitender Gebäudesanierungen bereit stellt.
 
Sechs neue Modernisierungsvereinbarungen wurden im laufenden Jahr mit Grundstückseigentümern im Sanierungsgebiet abgeschlossen. Die Gemeinde unterstützt diese Vorhaben zusammen mit Bund und Land mit einem Zuschuss von 67.000 Euro. Weitere vier Maßnahmen konnten beendet und abgerechnet werden.
 
Neue Sichtweisen und Optionen für die seit längerem stagnierende Neugestaltung des Quartiers zwischen Hockenheimer-, Alte Friedhof-, Kirchen- und Schulstraße ermöglicht uns der Ankauf des Geländes der ehemaligen Gärtnerei Weißbrod in der Alten Friedhofstraße 13.
 
Eine Werbung, auf die man gerne verzichten kann, erfuhr ein bekanntes Möbelhaus am südlichen Ortsrand. Die Pläne des Eigentümers, dort das Nutzflächenangebot mit einem Neubau zu vergrößern, kam in der Nachbarschaft ganz und gar nicht an. Ein offensiver Umgang mit dem Thema und von der Verwaltung arrangierte, deeskalierende Gespräche, sorgten für eine weitgehende Beruhigung und einen Sinneswandel des Investors. Weder ein Neubau, noch eine Aufstockung des Hallenbereichs werden notwendig. Die anstehenden Veränderungen beschränken sich jetzt ausschließlich auf den inneren Kernbereich des in den Ausmaßen unverändert bleibenden Gebäudekomplexes.
 
Verbesserte finanzielle Lage
Für die Kommunen in Baden-Württemberg hat sich die Finanzsituation deutlich verbessert. 2009 und 2010 standen die Haushalte noch ganz im Zeichen der weltweiten Finanzkrise. In den beiden Folgejahren waren diese negativen Eindrücke schnell vergessen. 2011 wurde in den Rathäusern 1,67 Milliarden und 2012 sogar 2,17 Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftet. Vor allem die Gewerbesteuereinnahmen stiegen auf ein Rekordniveau. Für die Jahre 2013 bis 2016 prognostizieren die kommunalen Spitzenverbände einen Überschuss der kommunalen Kernhaushalte in der Größenordnung von 4 – 4,5 Milliarden Euro, natürlich vorausgesetzt Deutschland bleibt auf Wachstumskurs und muss keine Rückschläge bei der Stabilisierung des Euro hinnehmen.
Negativ anzumerken ist, dass trotz schwarzer Zahlen aber auch die Kredite weiter angestiegen sind.
 
Auch wir in Reilingen können durchaus zufrieden mit der eingetretenen Entwicklung sein, die uns in diesem Jahr voraussichtlich ein sattes Plus von 653.000 Euro bescheren wird, 212.000 Euro mehr, als noch zum Jahresbeginn erwartet.
Wir können damit weiter am Abbau unserer finanziellen Verpflichtungen arbeiten, zugleich aber auch Investitionen in eine zukunftsfähige kommunale Infrastruktur leisten. Das richtige Maß gilt es zu finden; denn mit dem Sparen sollten wir es gerade bei der jetzigen wirtschaftlichen Konstellation und den überaus günstigen Finanzierungsbedingungen nicht übertreiben.
 
Große Summen benötigen wir beispielsweise für die umzusetzende Ganztagsbetreuung an unserer Schule oder die energetische Sanierung unseres Gebäudebestandes. Hohe Kosten verursacht der weitere Ausbau der Betreuungseinrichtungen für Ein- und Zweijährige oder auch die Ausweitung der Betreuungszeiten.
Mit dem 2011 abgeschlossenen Pakt für Familien mit Kindern erhalten wir ein gewisses Maß an Planungssicherheit. Ab 2014 werden sich Kommunen, Träger und Eltern mit 32 Prozent an den Betriebskosten für die Kleinkindbetreuung beteiligen; das Land übernimmt die verbleibenden 68 Prozent.
Auch die bis 2016 zwischen Land und Gemeinden neu geregelte Verteilung der Finanzen trägt zur Stabilisierung der Gemeindefinanzen bei.
 
Gemeinsam mit dem Verein für den Mittelstand arbeiten wir daran, ein strategisches Ortsmarketing zu entwickeln, das neben den rein kommerziellen Zielen auch Themen wie Wohnqualität, kommunales Leitbild und Flächenentwicklung mit einschließt.
Die demographische Entwicklung führt zwangsläufig dazu, dass künftig auch mit einem Wettbewerb um Einwohner zu rechnen ist. Und wer hier mit einer höheren Lebensqualität aufweist, hat am Ende wohl die Nase vorn.
 
Der Kunde ist König
Der Kunde ist König, so das Mantra der Kundenorientierung. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage, wie die Verwaltung aufgestellt sein muss, um den Kunden in den Mittelpunkt ihrer Handlungen zu stellen. Die herkömmliche Verwaltung orientiert sich an Funktionen und danach gegliederten Zuständigkeiten. Störungsfreie und wiederkehrende Aufgabenerfüllung prägen die Organisation, nicht der Kunde mit seinen oft zuständigkeitsübergreifenden Ansprüchen. Diese Kundenorientierung erfordert einen Umbau der Aufbau- und Ablaufmechanismen.
 
Mit der im kommenden Jahr anstehenden Auflösung des Grundbuchamtes vor Ort und einer Verjüngung unseres Rathausteams, steht ohnehin ein Umbruch bei der Gemeindeverwaltung an. Fachleute der Gemeindeprüfungsanstalt werden uns in den kommenden Monaten dabei helfen, diesen organisatorischen Wandel reibungslos zu bewältigen.
 
Auch die Technik des Rathauses muss für die unterschiedlichsten Partizipierungsszenarien der Bürgerinnen und Bürger ausgelegt sein.
Bereits eingerichtet haben wir eine e-Bürgerseite auf unserer Gemeindehomepage, die Ihnen künftig nicht allein zur Information, sondern auch zur Interaktion mit Ihrer Gemeindeverwaltung dienen soll.
 
Gemeindeeinrichtungen wie Bürgerbegegnungsstätte und Franz-Riegler-Haus können online gebucht werden. Die Telefonanlage des Rathauses hat ein Voicemailsystem erhalten. Die Internetseiten der Gemeinde wurden an mobile Endgeräte angepasst. Ab Anfang 2014 wird die Verwaltung mit De-Mail einen sicheren, verschlüsselten E-Mailverkehr anbieten.
Seit April steht auch im Gewerbegebiet das schnelle Internet mit bis zu 50 MBit/s zur Verfügung. Möglich geworden ist dies mit einer Anschubfinanzierung von 75.000 Euro aus der Gemeindekasse.
Wir arbeiten gemeinsam mit dem Rhein-Neckar-Kreis daran, auch im übrigen Ortsgebiet die Übertragungsrate zu verbessern. Geplant ist die Installation einer übergeordneten Glasfaser-Zubringerinfrastruktur.
 
Die Einführung des Einheitlichen Europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA) und die damit verbundenen Neuerungen beim Lastschrifteinzug waren für die Gemeindeverwaltung mit einigen Herausforderungen verbunden.
 
Der Bürger rückt in den Vordergrund
In den Vordergrund der Ratssitzungen gerückt haben wir die Bewohner unserer Gemeinde. Sie können an die Verwaltung gerichtete Anfragen bereits zum Sitzungsauftakt stellen. Die öffentlichen Sitzungsvorlagen für die Ratsmitglieder können darüber hinaus von Jedermann im Rathaus oder auf der Gemeindehomepage eingesehen werden.
 
Um 23 Personen nach unten korrigieren müssen wir unsere Einwohnerzahl. Das verdanken wir der Volkszählung in Deutschland, dem so genannten Zensus. Ein schwacher Trost, dass andere Gemeinden einen teils dramatischen Einbruch der Einwohnerzahl verkraften mussten. Zum Zensusstichtag 09. Mai 2011 wurden in Reilingen 7.176 Einwohner gezählt. Aktuell (Stand 07.11.2013) bewegen sich die statistischen Werte bei 7.238 Einwohnern.
 
Fünf Jahre zurück liegt der Großbrand auf dem Eiselgelände in der Siemensstraße. Mit den Folgen, insbesondere den Belastungen von Boden und Grundwasser, muss sich die Gemeinde als so genannter „Zustandsstörer“ heute noch auseinandersetzen. 200.000 Euro wird uns ein notwendiger Bodenaustausch am Nachtwaidgraben kosten. Über 60.000 Euro sind bereits für Anwälte, Sachverständige und Untersuchungen ausgegeben worden. 282.000 Euro waren von der Gemeinde für den Feuerwehr- und Löschschaumeinsatz aufzubringen. Gelder, die nur zu einem überschaubaren Bruchteil von der Versicherung erstattet werden .
 
Damit unsere Feuerwehr ihre einsatztaktischen Anforderungen erfüllen kann, muss ihre Technik der hoch komplexen Welt der Feuerwehr-Normen entsprechen. In dieses Bild passt kein schon historisches, 32 Jahre altes Löschfahrzeug, das wir durch einen Gerätewagen Logistik ersetzen wollen. Rund 220.000 Euro ist uns diese Investition in eine verbesserte Ausstattung unserer Wehr wert, die wir allerdings erst dann ausgeben können, wenn uns die beantragten Fördergelder zugesagt sind. Und das ist bislang leider noch nicht der Fall. Wir werden uns also weiterhin in Geduld üben müssen.
 
Einen neuen ATLAS Radlader haben wir für rund 37.000 Euro für den Bauhof angeschafft. Ein Seitenschlegelmäher hat um 5.000 Euro gekostet.
 
Gemeindepartnerschaften mit stabilem Fundament
Im „Europäischen Jahr der Bürgerinnen und Bürger“ steht unsere Gemeindepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Jargeau im 24. Jahr auf einem stabilen Fundament. Sie ist getragen vom Gedanken eines gemeinsamen Europas und der Völkerverständigung. Vertrauen und Verständnis waren und sind wichtige Grundpfeiler unserer Partnerschaft, aber auch für das Zusammenleben in einem vereinten Europa.
 
Städtepartnerschaften sind gelebte Demokratie, denn sie beruhen auf der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Und wir haben uns viel zu sagen. Das gilt auch für unsere noch junge Partnerschaft mit dem italienischen Mezzago. Beide Gemeinden beschäftigen sich mit ähnlichen Fragen. Wir freuen uns deshalb auf die nächsten Begegnungen und auf einen lebhaften Meinungsaustausch, der uns nicht nur auf sachlicher Ebene, sondern vor allem auch menschlich näher bringt.
 
Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt
Mein Amtsvorgänger Walter Klein durfte sich Mitte des Jahres in seinen wohl verdienten Ruhestand verabschieden. Er hat sich in den zurückliegenden 16 Jahren mit ganzer Kraft und viel Sachverstand für seine Heimatgemeinde eingesetzt und eine ganze Reihe wegweisender Projekte realisiert. Stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde will ich an dieser Stelle meinem Amtsvorgänger nochmals für seine besondere Leistung danken. Sie alle bereiteten dem ehemaligen Gemeindeoberhaupt einen würdevollen und gelungenen Abschied.
 
Bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie bilden eine Basis für alle gesellschaftlichen Bereiche und verbinden Menschen über alle Altersgruppen hinweg. Ob ehrenamtliche Arbeit in Vereinen, Verbänden und Kirchen oder in Verwaltungen geleistet wird, ob engagierte Bürgerinnen und Bürger sich in lokalen Initiativen und Projekten zusammenfinden, freiwilliges Engagement ist notwendig und gibt der Gemeinde ein menschliches Gesicht.
 
Stellvertretend für die insbesondere beim gemeinsamen Ehrungsabend ausgezeichneten Reilinger Bürgerinnen und Bürger will ich Jürgen Römpert nennen, der für seine Verdienste um den Motorsport und die intensive Jugendarbeit mit der Landesehrennadel ausgezeichnet wurde. Nennen will ich an dieser Stelle auch gerne die unschätzbaren Verdienste von Rotem Kreuz und Feuerwehr. Nicht zu vergessen unsere 61 Vereine, die einen wesentlichen Beitrag zur Kultur- und Freizeitgestaltung, aber auch der Jugendarbeit leisten. Ausdrücklich erwähnen will ich auch die kommunalen Mandatsträger des Gemeinderates. Ihnen allen meinen besonderen Dank abzustatten, ist für mich keine Pflichtübung, sondern Herzenssache.
 
Drei Vereine können im kommenden Jahr ein klassisches Jubiläum feiern. Als zweitältester Verein wir der AV 1889 e.V. Reilingen 125 Jahre alt. Ein halbes Jahrhundert hinter sich gelassen hat das Hohner-Akkordeon-Orchester und seit mittlerweile 25 Jahren existiert der Freundeskreis Reilingen – Jargeau.
 
Zum „Problemfall“ wurde in diesem Jahr die Spargel- und Erdbeersaison. Nasskalte Tage und Nächte, ein später Erntebeginn Ende April, eine mäßige Ernte und hohe Preise, waren die Zutaten für einen Saisonverlauf, der weder Erzeuger noch Verbraucher zufrieden stellte.
 
Am 1. Advent haben die evangelischen Gemeindemitglieder einen neuen Kirchengemeinderat gewählt. Eine dringende Aufgabe des achtköpfigen Gremiums ist es, den Neubau eines Gemeindehauses zu forcieren.
 
Auch die Baupläne der katholischen Kirchengemeinde nehmen konkrete Formen an. Für das Josefshaus ist ein Käufer gefunden, der das Gemeindezentrum umnutzen will. Der Verkaufserlös ist ein Baustein zur Finanzierung des in Kirchennähe geplanten neuen Gemeindezentrums, das anstelle des Don Bosco Hauses errichtet werden soll.
 
Mitwirkung fördert Zusammenhalt
Demokratie ist gewiss nicht perfekt, was den britischen Politiker Winston Churchill bekanntlich zu dem Bonmot veranlasste, sie sei zwar keine besonders gute Staatsform, aber die beste, die er kenne. Sie ist die beste, weil sie Freiheit und unsere Rechte garantiert und praktisch funktioniert. Demokratie als ein Forum für Auseinandersetzung und für Konfliktlösung. Weil um den künftigen Weg und unsere gemeinsame Zukunft gerungen werden muss; gerungen von und mit allen, die hier in unserer Gemeinde leben. Demokratie schließt deshalb Streit ein, aber zugleich auch Partizipation. Sie schafft und braucht Foren, in denen die Bürgerinnen und Bürger an Entscheidungen teilhaben, in denen sie aktiv mitwirken. Eine solche Mitwirkung, davon bin ich überzeugt, fördert zugleich unseren Zusammenhalt.
 
In diesem Sinne vertraue ich darauf, dass Sie sich auch im kommenden Jahr auf die eine oder andere Weise in das gemeindliche Leben einbringen und die gebotenen neuen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung nutzen. Sie alle tragen dazu bei, dass Reilingen ein Ort ist, an dem wir auch in Zukunft gern unser weiteres Leben verbringen möchten.
 
„Die Zukunft ist weit offen. Sie hängt von uns ab, von uns allen“. Angespornt durch dieses Zitat des Philosophen Karl Popper will ich gemeinsam mit Ihnen zuversichtlich den Blick nach vorne richten, auf ein Jahr 2014, mit einer aktiven Bürgerschaft, die den Weg unserer Ortsgemeinschaft maßgeblich mitbestimmt. Halten Sie unsere Gemeinde attraktiv und lebendig.
Zugleich will ich sie dazu ermuntern, auch ihre Bürgerrechte konsequent einzufordern. Beteiligen sie sich an der Kommunal- und Europawahl am 25. Mai 2014.
 
Ihnen und Ihren Familien wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen gelungenen Jahreswechsel und ein für uns alle erfolgreichen Jahresverlauf.

Ihr

Stefan Weisbrod
Bürgermeister

DURCHGESETZT
Das beherrschende Thema des ersten Halbjahres war die Bürgermeisterwahl am 21. April. Sie fand mit dem Walldorfer Stadtkämmerer Stefan Weisbrod einen glücklichen Gewinner, der sich mit 61,5 Prozent gegen seine örtlichen Konkurrenten bereits im ersten Wahlgang durchsetzen konnte.
Foto: Katrin Dietrich
DURCHGESETZT
Das beherrschende Thema des ersten Halbjahres war die Bürgermeisterwahl am 21. April. Sie fand mit dem Walldorfer Stadtkämmerer Stefan Weisbrod einen glücklichen Gewinner, der sich mit 61,5 Prozent gegen seine örtlichen Konkurrenten bereits im ersten Wahlgang durchsetzen konnte.
Foto: Katrin Dietrich
ABSCHIED
16 Jahre hat Bürgermeister Walter Klein die Geschicke der Spargelgemeinde Reilingen bestimmt. Mit einem Festakt wurde der höchste Repräsentant der Gemeinde in den Ruhestand verabschiedet und zugleich seine besonderen Verdienste gewürdigt.
Foto: Norbert Lenhardt
ABSCHIED
16 Jahre hat Bürgermeister Walter Klein die Geschicke der Spargelgemeinde Reilingen bestimmt. Mit einem Festakt wurde der höchste Repräsentant der Gemeinde in den Ruhestand verabschiedet und zugleich seine besonderen Verdienste gewürdigt.
Foto: Norbert Lenhardt
VERREGNET
Empfindliche Kühle und viel Regen haben sich negativ auf den Verlauf der Spargel- und Erdbeerernte ausgewirkt. Sie blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Foto: Peter Geng
VERREGNET
Empfindliche Kühle und viel Regen haben sich negativ auf den Verlauf der Spargel- und Erdbeerernte ausgewirkt. Sie blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Foto: Peter Geng
ABSCHNITT
Seit drei Jahren investiert die Gemeinde erhebliche Summen in den Erhalt der Ortskanalisation. In einem dritten Sanierungsabschnitt wurden im Jahreserlauf 800 Meter des Abwassernetzes per Inliner instand gesetzt, Schächte und fehlerhafte Seitenanschlüsse saniert.
Foto: Gemeinde
ABSCHNITT
Seit drei Jahren investiert die Gemeinde erhebliche Summen in den Erhalt der Ortskanalisation. In einem dritten Sanierungsabschnitt wurden im Jahreserlauf 800 Meter des Abwassernetzes per Inliner instand gesetzt, Schächte und fehlerhafte Seitenanschlüsse saniert.
Foto: Gemeinde
EFFIZIENT
Energetisch aufgewertet hat die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft die Bausubstanz des Mehrfamilienhauses in der Hauptstraße 49. In eine Gebäudesanierung mit verbessertem Wärmeschutz und eine effiziente Wärmeversorgung wurden rund 150.000 Euro investiert. 
Foto: Philipp Bickle
EFFIZIENT
Energetisch aufgewertet hat die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft die Bausubstanz des Mehrfamilienhauses in der Hauptstraße 49. In eine Gebäudesanierung mit verbessertem Wärmeschutz und eine effiziente Wärmeversorgung wurden rund 150.000 Euro investiert.
Foto: Philipp Bickle
AUSGELASSEN
Eine tolle und ausgelassene Stimmung bescherte das 50. Fischerfestjubiläum des Angelsportvereins seinen Besuchern. Beim Auftritt von Stargast Bata Ilic gab es für die Gäste im prall gefüllten Festzelt kein Halten mehr. 
Foto: Katrin Dietrich
AUSGELASSEN
Eine tolle und ausgelassene Stimmung bescherte das 50. Fischerfestjubiläum des Angelsportvereins seinen Besuchern. Beim Auftritt von Stargast Bata Ilic gab es für die Gäste im prall gefüllten Festzelt kein Halten mehr.
Foto: Katrin Dietrich
MOBILISIERT
Die ganze Nachbarschaft mobilisiert hat im Jahresverlauf ein gewerbliches Bauprojekt im Süden der Gemeinde. Die vielfach emotional aufgeheizte Atmosphäre hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Der Bürgerprotest hatte Erfolg und die Erweiterungspläne für ein Möbelhaus außerhalb des Gebäudebestandes sind ad acta gelegt.
Foto: Gemeinde
MOBILISIERT
Die ganze Nachbarschaft mobilisiert hat im Jahresverlauf ein gewerbliches Bauprojekt im Süden der Gemeinde. Die vielfach emotional aufgeheizte Atmosphäre hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Der Bürgerprotest hatte Erfolg und die Erweiterungspläne für ein Möbelhaus außerhalb des Gebäudebestandes sind ad acta gelegt.
Foto: Gemeinde
KONTAKT
Die Gemeindeverwaltung ist um ein verbessertes Klima und intensive Kontakte zu den Reilinger Unternehmern bemüht. Mehr als 50 Vertreter der örtlichen Gewerbetreibenden, aus Politik und Bankenwelt waren Gast bei einem ersten Unternehmerlunch.
Foto: Gemeinde
KONTAKT
Die Gemeindeverwaltung ist um ein verbessertes Klima und intensive Kontakte zu den Reilinger Unternehmern bemüht. Mehr als 50 Vertreter der örtlichen Gewerbetreibenden, aus Politik und Bankenwelt waren Gast bei einem ersten Unternehmerlunch.
Foto: Gemeinde
VERÄNDERT
Die Bildungslandschaft verändert landesweit ihr Gesicht. Immer mehr Haupt- und Werkrealschulen entwickeln sich hin zu einer Gemeinschaftsschule mit verpflichtendem Ganztagsangebot. Auch die vier Schulträger der Verwaltungsgemeinschaft lassen prüfen, mit welcher Konstellation die neuen Anforderungen bewältigt werden können.
Foto: svs
VERÄNDERT
Die Bildungslandschaft verändert landesweit ihr Gesicht. Immer mehr Haupt- und Werkrealschulen entwickeln sich hin zu einer Gemeinschaftsschule mit verpflichtendem Ganztagsangebot. Auch die vier Schulträger der Verwaltungsgemeinschaft lassen prüfen, mit welcher Konstellation die neuen Anforderungen bewältigt werden können.
Foto: svs
KRITIK
Die B 36 Baustelle und eine rund ein dreiviertel Jahr andauernde Umleitung des Verkehrs über die Haydnallee, wurde von den Anwohnern überaus kritisch begleitet. Überhöhte Geschwindigkeiten und Lärmbelästigungen waren ein ständiges Ärgernis.
Foto: Gemeinde
KRITIK
Die B 36 Baustelle und eine rund ein dreiviertel Jahr andauernde Umleitung des Verkehrs über die Haydnallee, wurde von den Anwohnern überaus kritisch begleitet. Überhöhte Geschwindigkeiten und Lärmbelästigungen waren ein ständiges Ärgernis.
Foto: Gemeinde
BRISANT
Brisante und bisweilen auch kontrovers diskutierte Themen bestimmten den Verlauf einer Bürgerversammlung Ende November. Mehr als 300 Besucher waren Beleg für ein großes Interesse am kommunalen Geschehen.
Foto: Katrin Dietrich
BRISANT
Brisante und bisweilen auch kontrovers diskutierte Themen bestimmten den Verlauf einer Bürgerversammlung Ende November. Mehr als 300 Besucher waren Beleg für ein großes Interesse am kommunalen Geschehen.
Foto: Katrin Dietrich
ERBE
Nach längerer Hängepartie und mehreren erfolglosen Anläufen hat sich der Gemeinderat in den letzten Tagen vor Weihnachten festgelegt. Das Gelände der ehemaligen Burg Wersau bleibt als historisches Erbe weiterhin in Gemeindeeigentum und die Erkundung des Areals kann fortgesetzt werden.
Foto: og
ERBE
Nach längerer Hängepartie und mehreren erfolglosen Anläufen hat sich der Gemeinderat in den letzten Tagen vor Weihnachten festgelegt. Das Gelände der ehemaligen Burg Wersau bleibt als historisches Erbe weiterhin in Gemeindeeigentum und die Erkundung des Areals kann fortgesetzt werden.
Foto: og
PFLEGE
Der demographische Wandel wird Folgen für viele öffentliche Bereiche haben. Dem zu erwartenden, steigenden Bedarf an Pflegeplätzen will die politische Gemeinde mit dem Neubau eines privat finanzierten Pflegeheims begegnen. Als möglicher Standort ist auch der Bürgerpark im Gespräch.
Foto: Gemeinde
PFLEGE
Der demographische Wandel wird Folgen für viele öffentliche Bereiche haben. Dem zu erwartenden, steigenden Bedarf an Pflegeplätzen will die politische Gemeinde mit dem Neubau eines privat finanzierten Pflegeheims begegnen. Als möglicher Standort ist auch der Bürgerpark im Gespräch.
Foto: Gemeinde
GEFÖRDERT
Ab Anfang April stehen den Bewohnern der Neugasse unangenehme Monate bevor. Voraussichtlich bis in den Herbst hinein werden Asphalt, Hausanschlüsse, Wasser- und Hausanschlussleitungen erneuert. Das im Rahmen der Ortskernsanierung geförderte Tiefbauprojekt kommt auf 689.000 Euro.
Foto: Gemeinde
GEFÖRDERT
Ab Anfang April stehen den Bewohnern der Neugasse unangenehme Monate bevor. Voraussichtlich bis in den Herbst hinein werden Asphalt, Hausanschlüsse, Wasser- und Hausanschlussleitungen erneuert. Das im Rahmen der Ortskernsanierung geförderte Tiefbauprojekt kommt auf 689.000 Euro.
Foto: Gemeinde
KONSTRUKTIV
Ein mehrjähriger Planungsprozess hat ein Ende gefunden und die 1957 errichtete Friedhofskapelle kann im kommenden Jahr auf den neuesten baukonstruktiven und technischen Stand gebracht werden. Ein eingeschossiger Vorbau wird zudem die seither eingeschränkten Platzkapazitäten deutlich verbessern. Die rund neun Monate andauernden Bauarbeiten sind auf rund 770.000 Euro veranschlagt. 
Foto: Gemeinde
KONSTRUKTIV
Ein mehrjähriger Planungsprozess hat ein Ende gefunden und die 1957 errichtete Friedhofskapelle kann im kommenden Jahr auf den neuesten baukonstruktiven und technischen Stand gebracht werden. Ein eingeschossiger Vorbau wird zudem die seither eingeschränkten Platzkapazitäten deutlich verbessern. Die rund neun Monate andauernden Bauarbeiten sind auf rund 770.000 Euro veranschlagt.
Foto: Gemeinde
PROVISORIUM
Aluminium-Dachbahnen und -aufbauten der in den Jahren 1987/88 errichteten Fritz-Mannherz-Sporthalle weisen immer wieder Leckstellen auf. Sie werden seither regelmäßig provisorisch geschlossen. Der ständig wachsende Schadensumfang macht im Jahr 2014 eine umfassende Dachsanierung mit einem erwarteten Kostenaufwand von rund 340.000 Euro erforderlich.
Foto: E. Vögele
PROVISORIUM
Aluminium-Dachbahnen und -aufbauten der in den Jahren 1987/88 errichteten Fritz-Mannherz-Sporthalle weisen immer wieder Leckstellen auf. Sie werden seither regelmäßig provisorisch geschlossen. Der ständig wachsende Schadensumfang macht im Jahr 2014 eine umfassende Dachsanierung mit einem erwarteten Kostenaufwand von rund 340.000 Euro erforderlich.
Foto: E. Vögele

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