Gemeinde Reilingen

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Die Gemeinde schaut zurück

Zum Jahreswechsel 2010 / 2011

[Online seit 08.12.2010]

Der Krise die kalte Schulter gezeigt
Unsere Fortschritte im Jahr 2010/Unsere Ziele im Jubiläumsjahr 2011

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon wieder steht der Jahreswechsel vor der Tür. In unserer Kultur hat es Tradition, zum Jahreswechsel Bilanz zu ziehen, also einen Blick zurück sowie nach vorn zu werfen. Das hat sicher damit zu tun, dass uns, wenn wieder ein Jahr zu Ende geht, das Vergehen von Zeit deutlicher bewusst wird. Und damit gewinnt auch die Erkenntnis an Bedeutung, wie wichtig es ist, einmal inne zu halten und sich zu fragen, wo man steht und wohin man sich bewegt.

Prägende Ereignisse
Das zurückliegende Jahr hatte eine ganze Reihe von spektakulären Ereignissen und Rekorden, von bewegenden Debatten und menschlichen Schicksalen aufzuweisen. Die Schlagzeilen haben uns alle in Atem gehalten. Der Euro in der Krise. So mancher Staathaushalt in Euroland wankt unter der Schuldenlast und den Folgen der Finanz- und Wirtschaftsprobleme. Hochwasser im Osten, Feuersbrunst in Russland und Sintflut in Pakistan als Folgen des Klimawandels. Durch wetterbedingte Naturkatastrophen sind tausende Menschen ums Leben gekommen oder haben ihr ganzes Hab und Gut verloren.
Der überraschende Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler, schon ein Jahr nach seiner Wiederwahl. Zu seinem Nachfolger und ersten Mann im Staat hat die Bundesversammlung im 20. Jahr der Wiedervereinigung den ehemaligen Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Christian Wulff bestimmt. Das Land Baden-Württemberg wird seit Februar von einem neuen Ministerpräsidenten geführt. Sie alle haben am 06. Januar Gelegenheit, Stefan Mappus persönlich in Reilingen kennen zu lernen, wenn er unser Jubiläumsjahr 2011 mit einer Festansprache eröffnet. Den Rhein-Neckar-Kreis mit seinen 54 Städten und Gemeinden leitet jetzt Stefan Dallinger. Landrat Dr. Jürgen Schütz hatte nach 24 Jahren seiner erfolgreichen Arbeit ein Ende gesetzt. Besonders emotionalgeladene Momente erlebten die deutschen Fußballfans bei der Fifa Fußballweltmeisterschaft in Südafrika, die mit dem Gewinn des „kleinen Finales“ der Herren überaus positiv verlief.

Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht Kommunen
Während sich, angetrieben vom starken Export, die deutsche Wirtschaft von ihrer tiefsten Krise im Rekordtempo erholt, erreichen jetzt die Schockwellen der schon 2009 eingetretenen, weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auch die Kommunen. Die Finanzen liegen vielerorts am Boden, die Schulden der öffentlichen Hand steigen weiter an. Die Lage hat sich zwar im Jahresverlauf etwas entspannt, die Konjunktur hat wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings bleibt die Situation der öffentlichen Haushalte kritisch, nicht zuletzt als Folge der massiven Mehrausgaben für die Konjunkturprogramme. Auch unser Gemeindehaushalt weist ein strukturelles Defizit auf und konnte im Jahr 2010 nur mit großer Mühe ausgeglichen werden. Für das Jahr 2011 sieht es nicht besser aus.

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich der Wert einer funktionierenden Selbstverwaltung. Zusammen mit den im Juni 2009 gewählten und ehrenamtlich tätigen Gemeinderäten müssen auch wir in Reilingen mit großem Feingefühl die kommunalen Aufgaben und Leistungen überprüfen und darüber nachdenken, wie wir unsere Ausgaben senken und die Einnahmen verbessern. Wir müssen die Rahmenbedingungen für unsere Kommune so gestalten, dass unser Handlungs- und Gestaltungsspielraum erhalten bleibt.

Wichtige Vorhaben fertig gestellt
Im zu Ende gehenden Jahr haben wir hier in Reilingen der Krise die kalte Schulter gezeigt und jede Menge getan. Wir haben einige wichtige Vorhaben fertig gestellt, beispielsweise den Neubau eines Marktgebäudes im Ortskern. Einige andere Vorhaben haben wir mit viel Elan in Angriff genommen. Ich denke dabei an den begonnenen Neubau eines viergruppigen Kindergartens oder der Bürgerbegegnungs- und Veranstaltungsstätte im Gemeindewald. Einiges ist uns ohne Zweifel gut gelungen, anderes vielleicht weniger gut. Wir sind trotz der schwierigen Bedingungen sicher weitergekommen, aber einiges an Aufgaben und Problemen werden wir auch mit ins neue Jahr nehmen.

Handel gehört in Zentrum
Das Ereignis des Jahres für unsere Gemeinde war zweifellos die Fertigstellung des neuen Einkaufsmarktes in der Ortsmitte mit einer Verkaufsfläche von 1.150 qm. Rund 2,4 Millionen Euro zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer hat die gemeindeeigene Kommunale Wohnungsbaugesellschaft in dieses Projekt in der Hauptstraße 105 investiert. Ein mit der REWE GROUP abgeschlossener Vertrag stellt die ortsnahe Versorgung in den kommenden 20 Jahren sicher. Mit diesem Angebot haben wir einmal mehr Maßstäbe gesetzt. Unser Vorgehen ist landes- und bundesweit einmalig. Der Markt stärkt die Funktion unseres Ortskerns und verhindert eine drohende Abwanderung des Handels an die Peripherie der Gemeinde. Zugleich ist es uns gelungen, moderne Architektur in ein gewachsenes Ortsbild zu integrieren.
Ich bin zuversichtlich, dass der nach einer Bauzeit von elf Monaten errichtete und am 13. Juli eröffnete Einkaufsmarkt eine Erfolgsgeschichte wird.

Dieses Bauprojekt ist zugleich auch Bestandteil der Reilinger Ortskernsanierung. Mit Hilfe der Fördergelder des Landes und des Komplementäranteils der Gemeinde war es möglich, den Abbruch des alten, vor 30 Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Küferei Althaus errichteten Einkaufsmarktes zu finanzieren. Gleiches gilt auch für das Nachbargebäude Hauptstraße 101. Anstelle des abgerissenen Gebäudebestandes soll dort noch ein kleinerer, öffentlicher Platz angelegt werden.

Acht Jahre wartet mittlerweile das schräg gegenüber liegende, ehemalige Gemeindegrundstück Hauptstraße 84 darauf, als eine der letzten Brachflächen im Ortskern bebaut zu werden. Die Pläne der Sparkasse Heidelberg, den bisherigen Standort in der Speyerer Straße aufzugeben und in das Ortszentrum zu verlegen, konnten zwar noch nicht realisiert werden. Zumindest aber auf dem Papier steht bereits fest, wie der neue Gebäudekomplex an dieser Stelle einmal aussehen wird.
Für das ehemalige Bankgebäude der früheren Raiffeisenbank Reilingen in der Parkstraße gibt es keine weitere Zukunft. Nach derzeitigem Stand wird das Gebäude voraussichtlich abgerissen. Es ist geplant, dass an dieser Stelle von einem Investor Reihenhäuser erstellt werden.

Für viele doch überraschend sind die Pläne einer seit 105 Jahren bestehenden, holländischen Baugesellschaft, die auf dem jetzigen Firmengelände des Baustoffhandels Krauss, Wilhelmstraße 68/1 einen weiteren LebensmittelDiscountmarkt errichten will. Baubeginn für das Marktgebäude mit einer Nettoverkaufsfläche von bis zu 800 qm soll bereits im März kommenden Jahres sein.

Verbesserte Infrastruktur
Statt Steuermehreinnahmen in riskante Anlagen zu stecken, haben wir in Reilingen in den vergangenen Jahren regelmäßig unsere öffentlichen Einrichtungen saniert und kräftig investiert. Dies soll auch in Zukunft der Fall sein, auch wenn uns die noch anhaltenden Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise diese Aufgabe nicht leichter machen.

Für den vor 35 Jahren errichteten und mittlerweile abgerissenen Kindergarten St. Anna bauen wir seit Anfang November an selber Stelle einen eingeschossigen Neubau in Massivbauweise mit Niedrigenergiestandard. Das Kinderhaus soll als Ganztagseinrichtung zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren und zwei Gruppen über drei Jahren aufnehmen. Es umfasst eine Grundfläche von rund 900 Quadratmeter. Die Baukosten sind mit rund 1,6 Millionen Euro veranschlagt. 204.875 Euro sind der Gemeinde als so genannte Bildungsinfrastrukturpauschale für einen empfohlenen Neubau des Kindergartens St. Anna zugesagt. Weitere 353.000 Euro schießt das Land aus dem Ausgleichstock zu und 120.000 Euro stehen der Gemeinde für den bedarfsgerechten Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren an Bundesmitteln zu.

Nicht viel Zeit bleibt uns, auch die geplante Bürgerbegegnungs- und Veranstaltungsstätte im Gemeindewald zu verwirklichen. Mit dem Neubau konnte erst nach erheblichem Zeitverlust begonnen werden, nachdem erste Bedenken der Raumordnung und des Naturschutzes über ein Bauleitplanverfahren ausgeräumt waren. Die neue Feierstätte für Waldfeste und kulturelle Veranstaltungen entsteht am bisherigen Standort des Waldfestplatzes. Sie wird voraussichtlich 490.000 Euro kosten. 73.430 Euro stehen aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes zur Verfügung und 120.000 Euro aus dem Ausgleichstock des Landes.

Kindergarten wie auch Bürgerbegegnungs- und Veranstaltungsstätte sind beides Bauvorhaben, die ohne die finanziellen Zusagen von Bund und Land derzeit nicht realisierbar wären. Unseren erheblichen Eigenanteil müssen wir teilweise aus Krediten finanzieren.

Nicht alle Wünsche erfüllbar
Die angespannte Finanzlage hat es ratsam erscheinen lassen, ein weiteres, drittes Großprojekt zurückzustellen. Die erwarteten Kosten von etwa einer halben Million Euro für eine umfassende Sanierung der Leichenhalle lassen sich derzeit nicht haushaltsverträglich finanzieren.
Auch das seit vielen Jahren geplante Projekt „Nachtwaid“, das Spielräume für Generationen schaffen soll, fällt bis auf Weiteres dem Rotstift zum Opfer. Zum Abschluss bringen werden wir dennoch die Pläne zur Gestaltung des Geländes.

Nicht finanzierbar sind momentan ebenfalls die Vorstellungen der Vereine TBG und SC 08, einen Kunstrasenplatz anzulegen. Ohne erhebliche Eigenanteile der Vereine und entsprechende Fördergelder des Landes und Deutschen Sportbundes lässt sich ein derartiges Großprojekt nicht schultern.

Spektakuläre Bodenfunde, Keramik aus mehreren Jahrhunderten, die während der jüngsten archäologischen Grabungskampagne entdeckten und freigelegten Mauern und Fundamente der ehemaligen Burg Wersau, standen im Mittelpunkt eines „Tages der offenen Wersau“ am 06. November. Erfreulich viele Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, erstmals seit mehr als 250 Jahren einen Blick auf Teile der bereits legendären „Burg unter der Grasnarbe“ zu werfen.
Noch ist unklar, ob es über die seitherige Grabungsinitiative hinaus gelingt, auch im südlich gelegenen, ortshistorisch wesentlich interessanteren Geländeareal, archäologische Grabungen möglich werden zu lassen. Ebenso wenig war es bislang möglich, ein schlüssiges Nutzungskonzept für den nördlichen Grundstücksteil zu entwickeln. Fest steht lediglich, dass der Gemeinde für den teils schwer geschädigten Gebäudebestand Schlossmühle 1 die Eigenschaft als Kulturdenkmal abgesprochen wurde.

Für ein wachsendes Interesse an der uralten Geschichte der Burg Wersau und ihre wechselvolle Vergangenheit sorgt seit mittlerweile zwei Jahren vor allem der Arbeitskreis Burg Wersau vom Verein Freunde Reilinger Geschichte. Diese Gruppe von rund 30 Frauen, Männern und Kindern setzt sich überaus engagiert für den Erhalt der noch sichtbaren Zeugnisse der Reilinger Ortsgeschichte ein und hält die Heimatforschung kräftig in Bewegung.
Es ist unser aller Aufgabe, diesen lobenswerten Idealismus zu fördern und zu unterstützen. Hierzu bin auch ich als Bürgermeister unserer örtlichen Gemeinschaft gerne bereit.

Energetische Verbesserungen
Gelungen ist es, das 1965 erstellte, ehemalige Lehrer- und Hausmeisterwohnhaus in der Wilhelmstraße 42 wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen. Nahezu 100.000 Euro stellte die KWG Reilingen mbH für eine umfassende, drei Monate andauernde Gebäudesanierung bereit, die auch energetische Verbesserungen beinhaltet. Seit 01. Juli ist das Zweifamilienhaus wieder vermietet.

Umgesetzt werden konnten unsere Vorhaben in der 1994 errichteten Fritz-Mannherz-Mehrzweckhalle. Dort waren die Trink- und Löschwasserleitungen zu erneuern. Rund 1.000 Meter schadensanfällige, verzinkte Stahlrohre wurden durch korrosionsfreie Edelstahlrohre ersetzt.
Wie schon im Vorjahr in der Sporthalle, war zudem die Feuerlöschanlage auf ein Trocken-Nass-System umzustellen. Schließlich wurde die Mehrzweckhalle mit 140 neuen, energiesparenden Leuchtkörpern ausgestattet. Dies zahlt sich in Euro und Cent durch eine deutlich verbesserte Lebensdauer und eine über 20 Prozent geringere Stromaufnahme aus. Sportfördermittel des Landes reduzieren unsere Eigenkosten von überschlägig 150.000 Euro um etwa 30 Prozent.

Einen verschönerten Gemeinschaftsraum finden die Reilinger Senioren jetzt im Franz-Riegler-Haus vor. Ein neuer Anstrich, Wandbilder, eine verbesserte Stromspannung und neue Möbel gestalten den Aufenthalt wohnlicher. An dieser Stelle möchte ich meinen besonderen Dank an Helmut Stoll richten, der in wochenlanger Arbeit und zudem ehrenamtlich die Wände künstlerisch gestaltet hat.

Nachhaltig Energie sparen
Umweltschutz und Schonung natürlicher Ressourcen, aber auch die überbeanspruchte Kassenlage sowie stetig steigende Energiekosten, erfordern auch in Reilingen ein wirksames kommunales Energiemanagement. Dieser Herausforderung stellt sich die Gemeinde seit bereits 15 Jahren und bewertet seither regelmäßig den Energieverbrauch aller öffentlichen Gebäude. Demnach gelingt es zunehmend, die Verbrauchswerte nachhaltig und dauerhaft zu senken, während zugleich aber die verbrauchsgebundenen Kosten für den Energiebezug beständig ansteigen. So mussten wir beispielsweise, trotz einem deutlichen Rückgang beim Verbrauchswert, rund 50.000 Euro zusätzlich an die Energieversorger abführen.

Günstigere Bezugskosten versprechen wir uns von der Teilnahme an einer europaweiten Ausschreibung des Strom- und Gasbezugs für öffentliche Einrichtungen und Gebäude der Gemeinde.

Unsere Möglichkeiten zur Nutzung regenerativer Energien nutzen wir konsequent aus. Die Kollektorflächen auf den Dächern des Feuerwehrgerätehauses und der Friedrich-von-Schiller-Schule mit rund 900 Quadratmeter haben in 17 Monaten rund 115.000 Kilowattstunden im Wert von rund 63.000 Euro erzeugt. Auf dem Dach des neu errichteten REWE-Einkaufsmarktes befindet sich seit Herbst ein weiteres Solarkraftwerk mit einem Leistungsvermögen von bis zu 116.000 Kilowattstunden im Jahr. Die saubere Energie hat sich die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft rund 310.000 Euro kosten lassen.

Unsere öffentlichen Einrichtungen sind von einem Energie-Coach unter die Lupe genommen worden. Sein Bericht zählt eine ganze Anzahl weiterer Möglichkeiten auf, nachhaltig Energie einzusparen. Wir werden sorgfältig prüfen, wann wir uns die monetär wirksamen Vorschläge je nach Kassenlage leisten können.

Befassen müssen wir uns in allernächster Zeit mit dem Straßenbeleuchtungsnetz, zumal die Laufzeit des Konzessionsvertrages mit der EnBW mit Ablauf des kommenden Jahres endet. Zu entscheiden wird sein, ob die Gemeinde das Netz weiter einem externen Versorger überlassen will.

Höhere Abwassergebühren
Nur noch ein Drittel der Kanäle unserer Gemeinde sind mängelfrei. Nach dem Ergebnis der letztjährigen Untersuchungen müssen überschlägig 3,6 Millionen Euro zur Regulierung der Schäden aufgewendet werden. Davon haben wir in einer ersten Tranche in diesem Jahr bereits 1,4 Millionen Euro ausgegeben. Ein im kommenden Jahr geplanter zweiter Bauabschnitt umfasst weitere 1,2 Millionen Euro. Wie zu erwarten, lassen sich angesichts derartiger Summen die Abwassergebühren nicht länger auf den seitherigen Niveau halten. Eine Neuberechnung wäre ohnehin notwendig geworden. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes verstößt die Erhebung einer nach Frischwassermaßstab ermittelten einheitlichen Abwassergebühr für die Schmutz- und Niederschlagswasserentsorgung gegen den Gleichheitsgrundsatz und das Äquivalenzprinzip. Die rechtliche Folge ist eine aufwändig ermittelte gesplittete Abwassergebühr, wie sie voraussichtlich aber erst zum Beginn des Jahres 2012, dann allerdings rückwirkend für zwei Jahre fällig wird. Bis dahin bleibt der seitherige Gebührensatz unverändert.

Fertig gestellt werden konnte das Indirekteinleiterkataster. Es bewertet die Abwasserintensität von überschlägig 185 Betrieben und deren wichtigste Einleitungsstoffe.

Welche Summen aufgebracht werden müssen, um die Leistungsfähigkeit der Kläranlage Hockenheim zu verbessern, steht noch nicht fest. Eine Optimierungsstudie ist gerade in Arbeit. Am weiteren Ausbau der Abwasserbeseitigungsanlage, die auch die Reilinger Abwässer aufnimmt, sind wir mit einem Kostenanteil von 13,6 Prozent beteiligt.

Der Gesamtentwässerungsplan für den bebauten Ortsbereich ist noch nicht abschließend erstellt. Noch immer ist unklar, in welchem Umfang die von der Gemeinde angemeldeten Bauflächen im fortzuschreibenden Flächennutzungsplan berücksichtigt werden können.

Interkommunaler Gewerbepark fraglich
Dass ein Interkommunaler Gewerbepark Neulußheim/Reilingen zur Neuansiedlung der Firma Wirsol zu meinem großen Bedauern an einem knappen Ratsvotum gescheitert ist, macht die Situation für uns nicht einfacher. Bei der Fortschreibung unseres Flächennutzungsplanes geführte Gespräche mit Regionalverband, Planern und anderen Behörden haben im Ergebnis gezeigt, dass eine Fortentwicklung des Gewerbegebietes nur im Rahmen des Interkom an der B36 möglich sein wird.

Auf der Suche nach einem Zugang zum schnellen Internet zeichnet sich noch keine Lösung ab. Reilingen gilt nach den Richtlinien der Landesregierung als „versorgt“, zumal eine Mindestdatenrate von einem MBit/s als Zielvorgabe erreicht ist. Demnach dürfen keine Zuschüsse von Bund oder Land erwartet werden. Um die DSL-Situation nicht nur in den Gewerbegebieten zu verbessern, müsste eine neue Zuführung nach Reilingen erfolgen und ein neuer Verteiler aufgebaut werden. Da aber hierfür bis zu 150.000 Euro aufzubringen sind, ist bislang kein Telekomunternehmen bereit, auf eigene Rechnung diese Investition zu leisten. Mittlerweile gibt es eine neue Breitbandinitiative des Bundes, deren Ziel es ist, bis zum Jahr 2014 bis zu 75 Prozent der Haushalte mit Hochleistungsnetzen zu versorgen, die Bandbreiten von mindestens 50 MB pro Sekunde ermöglichen. Wir bleiben an der Sache weiter dran.

Der Gesellschaft eine Zukunft
Die Kinder- und Familienfreundlichkeit steht heutzutage verstärkt im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion und ist in vielen Städten und Gemeinden ein zentrales Thema der Kommunalentwicklung. Die Gemeinden als Schul- und Kindergartenträger sind gefordert, wie schon lange nicht mehr, und das trotz rückläufiger Kinderzahlen. So auch in Reilingen. Unsere Betreuungsangebote sind umfänglich und bis hin zur Ganztagsbetreuung überdurchschnittlich gut. Weiter optimiert werden kann das Platz- und Betreuungsangebot durch den Neubau des Kindergartens St. Anna, der bis September 2011 fertig gestellt sein soll. Eine Mitte November gestartete Umfrage unter den Erziehungsberechtigten soll gezielt den Betreuungsbedarf der nächsten Jahre aufzeigen.

Die Gemeinde hat in diesem Jahr rund 2,4 Millionen Euro für den Kinder- und Jugendbereich bereitgestellt. Auf rund 1,1 Millionen Euro angestiegen sind insbesondere die Betriebskostenzuschüsse für unsere Kindergärten und Kinderkrippen. Allein der weitere Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren hat gegenüber dem Vorjahr eine Mehrbelastung von rund 135.000 Euro verursacht.

Schule im Umbruch
Wir als Gesellschaft sind darauf angewiesen, allen Kindern eine gute Bildung zu vermitteln. Wir brauchen ein Bildungssystem, das vom Kindergarten an Qualität bietet und eventuell bestehende Handicaps frühzeitig ausgleicht. Es darf nicht sein, dass der soziale Status oder die Herkunft der Eltern darüber entscheidet, was aus den Kindern wird. Chancengleichheit hat nichts mit Gleichmacherei zu tun, sondern damit, alle Potentiale auszuschöpfen und allen, wirklich allen Kindern eine Chance zu geben. Nur dann hat unsere Gesellschaft eine Zukunft.

Seit Schuljahresbeginn ist unsere Gemeinde Standort der neuen Werkrealschule Reilingen – Lußheim. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung haben die Gemeinden Reilingen, Alt- und Neulußheim geschlossen. Die vom Land geforderte Zweizügigkeit hat zur Folge, dass die Klassen 5 – 7 künftig in Neulußheim und von 8 – 10 in Reilingen unterrichtet werden. 200 Schülerinnen und Schüler besuchen die Werkrealschule.
Zugleich wurde für die Friedrich-von-Schiller-Schule die Eigenschaft als Hauptschule aufgegeben.
Auch bei der Grundschule gab es Veränderungen. Die Erstklässler werden jetzt dreizügig unterrichtet und der Klassenteiler von 30 auf 28 gesenkt. Zusammen mit der Außenklasse der Stephen-Hawking-Schule werden damit insgesamt vier erste Klassen seit Schuljahresbeginn unterrichtet. Eine Klasse im Regelschulbetrieb ist eine Intensivkooperation mit dieser Außenklasse eingegangen.

Zusätzlich wird der Schulbetrieb durch die Aufnahme der Kinder aus dem Kindergarten St. Anna gefordert. Drei Klassenräume werden von den Kindergartenkindern im Grundschulgebäude während der Bauzeit beansprucht.

Die schrecklichen Ereignisse von Winnenden sind uns allen noch in Erinnerung. In der Folge haben die Schulen landesweit Vorsorgemaßnahmen getroffen. Auch unsere örtliche Bildungseinrichtung verfügt mittlerweile über ein zentrales Rufsystem, mit dem ein Amok-Alarm ausgelöst werden kann.
Einer der beiden EDV-Schulungsräume hat neue PC und Server erhalten. Zudem wurde ein so genanntes pädagogisches Netzwerk installiert. Der Unterricht mit neuen Medien wird dadurch erleichtert. 2011 haben wir uns vorgenommen, die Klassenzimmer miteinander zu vernetzen.

In der sechswöchigen Ferienzeit hatten die Reilinger Kinder Gelegenheit, unter 31 Programmpunkten der Ferienfreizeit auszuwählen. Diese Initiative, die es jetzt schon 30 Jahre gibt, kommt im Sommer immer wieder gut an. Den teilnehmenden Vereinen gilt mein besonderer Dank.

Das über die Sommermonate erstmals eingesetzte mobile sozialpädagogische Team hat seine Bewährungsprobe bestanden. Der direkte und flexible Einsatz an bestimmten Brennpunkten im Ort hat sichtbar zur Deeskalation beigetragen. Die Beschwerden über Lärmbelästigungen sind signifikant zurückgegangen. Auch die öffentlichen Anlagen sind bei weitem nicht mehr im bisherigen Umfang vermüllt. Ich gehe davon aus, dass wir die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Verein Postillion fortsetzen.

Folgen für den Nahverkehr
Das neu strukturierte Bildungsangebot und die teils zulässige freie Schulwahl wirkt sich zwangsläufig auf den öffentlichen Personennahverkehr aus. Auf die veränderte Situation musste der Fahrplan der Buslinien 717 und 718 angepasst werden. Das Schulgebäude in Neulußheim wird zudem zu bestimmten Zeiten direkt angefahren. Die Mehrkosten trägt zum überwiegenden Teil der Rhein-Neckar-Kreis.

Die Lehreinrichtungen der Nachbarstadt Walldorf sind für die Schülerinnen und Schüler aus unserem Verwaltungsraum unverändert attraktiv. Ihre Zahl ist weiter angestiegen auf mittlerweile 119 Kinder. Allein aus Reilingen besuchen jetzt 72 Heranwachsende das dortige Gymnasium oder die Realschule. Die seit 2009 bestehende Buslinie 718 ist dadurch zu den Unterrichtszeiten sehr gut belegt.

Seit 30 Jahren gibt es im Verwaltungsraum Hockenheim eine Musikschule. Ihr Fortbestand ist vorläufig weiterhin gesichert, nachdem die Gemeinde Neulußheim eine ausgesprochene Kündigung für einen Zeitraum von vier Jahren zurückgenommen hat. Die Zeit soll genutzt werden, Struktur und Finanzen der Musikschule neu zu ordnen.

Serviceangebote zukunftsfähig machen

Städte und Gemeinden müssen verstärkt auf den demographischen, technologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel sowie auf die rasante und teilweise dramatische Veränderung der finanziellen Rahmenbedingungen reagieren. Dies betrifft nicht zuletzt auch die für Bürger und Wirtschaft erbrachten Dienstleistungen, die an künftige Anforderungen angepasst sein müssen. Dabei dürfen auch neue Formen der gemeinsamen Aufgabenerledigung kein Tabu sein.

Das E-Government-Angebot haben wir bei der Gemeindeverwaltung weiter ausgebaut. Wir bieten ein umfangreiches Online-Angebot und kommunizieren „auf kurzen Wegen“ mit unseren Kunden.
Zum Jahresbeginn hat die Gemeindeverwaltung ein geographisches Informationssystem eingeführt. Es hat sich mit seiner Vielseitigkeit bestens bewährt.

Noch immer gelangen 85 Prozent der Vergabeunterlagen auf dem Postweg zum Bieter. Das kann sich bald ändern. Mit einem Anschluss an die Vergabeplattform der Metropolregion Rhein-Neckar haben wir seit Jahresbeginn die Möglichkeit geschaffen, Vergabeunterlagen auch elektronisch abzurufen und sich digital an öffentlichen Ausschreibungen zu beteiligen.

Nachdem die polizeilichen und juristischen Voraussetzungen vorhanden sind, hat der Bund ab November den elektronischen Personalausweis eingeführt. Der integrierte Chip bietet drei Funktionen: Eine Speicherung biometrischer Daten, ein elektronischer Identitätsnachweis und eine qualifizierte elektronische Signatur.
Eine Lohnsteuerkarte in Papierform gehört der Vergangenheit an. Sie wird zum Jahresbeginn 2012 durch ein digitales Verfahren „ELSTER-Lohn II“ ersetzt.

Die lange überfällige Reform des Notariats- und Grundbuchwesens in Baden-Württemberg und seine Anpassung an europäische Normen kommt endlich in Gang. Kernpunkte des im Landtag am 28. Juli verabschiedeten und bis spätestens 01. Januar 2018 umzusetzenden Reformgesetzes sind die Schaffung eines ausschließlich freiberuflichen Notariats und die Konzentration des Grundbuchwesens auf nur noch elf Standorte im Land. Das künftig für Reilingen zuständige Amtsgericht Tauberbischofsheim beginnt mit der Eingliederung ab dem Jahr 2012. Wann konkret das Reilinger Grundbuchamt seinen Betrieb einstellen muss, entscheidet sich demnächst.

Gemeindefinanzen im Blick
Mit der Reform des Gemeindehaushaltsrechts wurden die Gemeinden im Land verpflichtet, bis spätestens 2016 ihren Buchungsstil auf die Doppik, also die doppelte Buchführung umzustellen. Auf diese „kleine Revolution“ in der Darstellung der Gemeindefinanzen muss die Gemeinde Reilingen doch noch etwas länger warten, als ursprünglich vorgesehen. Das Rechenzentrum Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken ist frühestens im Jahr 2012 dazu in der Lage, die notwendigen technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Gebühren mal eben anzuheben, wenn eine Flaute in der Kasse herrscht, ist grundsätzlich nicht möglich. Sie dürfen nur dann verändert werden, wenn dies eine Neukalkulation belegbar zulässt. Mit höheren Kosten belasten mussten wir in diesem Jahr die Eltern, denn das Betreuungsangebot Hort an der Schule war mit dem seitherigen Gebührensatz nicht mehr finanzierbar. Freuen durften sich dagegen die Eltern der Kinder der verlässlichen Grundschule, die künftig etwas weniger zahlen müssen. Auch die Inanspruchnahme des renovierten Seniorenraums im Erdgeschoss des Riegler-Hauses kostet in Zukunft etwas mehr. Für die Senioren bleibt dieser Raum weiterhin kostenfrei. Neu zu kalkulieren waren zudem die Wasserverbrauchsgebühren wie auch die Bestattungs- und Grabnutzungsgebühren. Sie fallen zum Jahresbeginn 2011 etwas höher aus. Ob darüber hinaus auch die Realsteuern, also Grund- und Gewerbesteuer angehoben werden müssen, wird sich erst im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen herausstellen.

Seit jeher defizitär ist der Häckselplatzbetrieb und das mit steigender Tendenz. Seit sechs Jahren hat sich das Minus in der Kasse nahezu verdoppelt. Auf der Suche nach Möglichkeiten, die Kostenseite günstiger zu gestalten, ist die Verwaltung fündig geworden. Über eine thermische Verwertung wird es möglich, die Ausgabenseite deutlich zu entlasten. Ob in Zukunft auch die Gebührenschraube nachjustiert werden muss, wird sich noch zeigen.

In der Tagespresse war Mitte des Jahres zu lesen, dass die amerikanischen Streitkräfte ihre Präsenz in Mannheim und Heidelberg innerhalb der nächsten fünf Jahre beenden. Von dieser Entwicklung sind nicht allein die beiden Großstädte betroffen. Auch die Gemeinden in ihrem Umfeld werden die Folgen verkraften müssen. So mancher Hauseigentümer, der gerne an Amerikaner vermietet, sieht sich schon mit Leerständen konfrontiert. Das Überangebot wird sich möglicherweise auf den künftigen Bauflächenbedarf auswirken. Mit dem US-Abzug wird Reilingen auch über 300.000 Euro weniger an jährlichen Steuerzuweisungen erhalten. Diese Zahl basiert auf rund 290 Angehörige der US-Armee, die derzeit in unserer Gemeinde wohnen.

Freiwilligenarbeit bringt allen Gewinn
„Es wäre eine Freude zu leben“, so die 1986 verstorbene Schauspielerin Valérie von Martens, „wenn jeder nur die Hälfte von dem täte, was er von anderen verlangt“. Das ist wohl wahr. Doch es gibt auch Menschen, die vor allem darauf sehen, was sie selber tun können. Mir ist es deshalb immer wieder eine Freude, Menschen aus unserer Gemeinde zu würdigen, die weit mehr als die Hälfte von dem tun, was gemeinhin verlangt wird. Es sind Bürgerinnen und Bürger, die oft nicht im Scheinwerferlicht stehen, die sich für andere einsetzen und die zum Wohle unseres Gemeinwesens tätig sind.

Stellvertretend für die insbesondere beim gemeinsamen Ehrungsabend ausgezeichneten Reilinger Bürger will ich Walter Astor nennen, dessen außerordentlichen Verdienste um seine Heimatgemeinde mit der Bürgermedaille honoriert wurden. Genannt werden sollen an dieser Stelle auch die ehrenamtlichen Mitglieder unserer örtlichen Hilfsorganisationen. Feuerwehr und Rotes Kreuz leisten unschätzbare Dienste für unsere Gesellschaft und das in einer professionellen, hohen Qualität. Seit 35 Jahren gibt es in Reilingen eine Jugendfeuerwehr. Um den Nachwuchs müssen wir uns also keine Sorgen machen.

Nicht zu vergessen unsere 59 Vereine, die sich in den Bereichen Kultur, Freizeit und Jugendarbeit einbringen. Ohne dieses breitgefächerte, ehrenamtliche Engagement wäre das kulturelle Leben nicht nur ärmer, sondern zum Teil auch kaum realisier- und finanzierbar.

Vor 50 Jahren wurde der Angelsportverein aus der Taufe gehoben. Das Jubiläumsjahr feierte der Verein mit einem viertägigen Fischerfest und etlichen Attraktionen.

Mit einem klassischen Jubiläum wartete die Reilinger SPD auf. Sie feierte die 100 Wiederkehr ihres Gründungsjahres mit einem Festakt in der Aula der Schiller-Schule.

Schließlich möchte ich noch den kommunalen Mandatsträgern im Gemeinderat danken. Ihre viel Zeit beanspruchende, verantwortungsvolle Arbeit verdient meinen besonderen Respekt. Der dienstälteste Gemeinderat Peter Schell gehört mittlerweile 30 Jahre dem Ratsgremium an. Für seine kommunalpolitischen Verdienste wurde er mit der Ehrennadel in Gold des Gemeindetages Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Europa gelingt nur gemeinsam
Reilingen hat sich als Gemeinde Europas seiner besonderen Verantwortung gestellt und sich dafür eingesetzt, die europäische Gemeinschaft mit seinen 27 Mitgliedstaaten gerade jungen Menschen nahe zu bringen und den Europagedanken über Sprachkurse, Schüleraustausch und regelmäßige Begegnungen zu fördern. Schon 21 Jahre besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Jargeau. Bei einem Wochenende, geprägt von Herzlichkeit und Freundschaft, wurde nun auch von deutscher Seite die schon im vergangenen Jahr neu eingegangene Partnerschaft mit der oberitalienischen Gemeinde Mezzago offiziell besiegelt. Viele neue Freunde haben sich gefunden und verlebten drei viel zu kurze Tage in Reilingen.
Unsere Partnerschaftsbeziehungen dokumentieren seit dem Frühjahr besondere Hinweisschilder an den drei Ortseingängen.

Tabak wird es künftig in Reilingen nicht mehr geben, allenfalls als nostalgischer Schmuck. Die Abnahmeverträge wurden im Jahresverlauf kurzfristig gekündigt. Landwirt Willi Astor war der letzte Tabakanbauer im Ort.
Unsere ehemals stark landwirtschaftlich geprägte Gemeinde zählte noch Ende der fünfziger Jahre zu den größten Tabakanbaugemeinden Nordbadens. Auf rund 80 ha Fläche wurde vorwiegend die Sorte „Burley“ angebaut.


Baupläne der Kirchengemeinden
Noch nicht umgesetzt hat die katholische Kirchengemeinde ihre Absicht, sich von ihrem früheren Kindergarten und heutiger Veranstaltungsstätte, dem Josefshaus in der Schulstraße 16 zu trennen. Mit dem Verkaufserlös ist geplant, anstelle des Don Bosco Hauses in Kirchennähe einen Neubau zu errichten.
Mit einem gemeinsamen Gottesdienst startete der neu gewählte Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Hockenheim am 21. April in seine Amtsperiode. Seit mittlerweile 25 Jahren gibt es in Reilingen das katholische Bildungswerk.

Seit 75 Jahren ist das Lutherhaus im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde. Nach all den Jahren besteht dringender Handlungsbedarf und der Wunsch, wieder ein neues, freundliches und zeitgemäß gestaltetes Lutherhaus zu erhalten. Erste Überlegungen für einen Neubau sind bereits angestellt.
Vor 25 Jahren wurde in Reilingen die Christliche Jugendorganisation CVJM gegründet.

Im Jahr des Hasen

Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen des Hasen, dem Reilinger Wappentier. Die Gemeinde feiert ihr 725jähriges Bestehen und ganz Reilingen ist mit dabei. Das Festkomitee hat in monatelanger Arbeit ein unterhaltsames Festprogramm mit vielen Höhepunkten und Attraktionen erstellt, das Einheimische wie auch Gäste der Gemeinde begeistern wird. Ich darf Sie heute schon zu den im Festkalender mehr als 30 beschriebenen Veranstaltungen herzlich einladen.

Neben dem ausgiebigen Feiern dürfen die großen Aufgaben, die uns erwarten, nicht vernachlässigt werden. Wir wollen den Neubau des viergruppigen Kindergartens St. Anna fertig stellen, eine Bürgerbegegnungs- und Veranstaltungsstätte soll im Gemeindewald neu errichtet werden. Alles spricht dafür, dass es nach 25 Jahren endlich gelingt, das Baugebiet Fröschau/Wörsch, 1. Abschnitt erschließen zu können. Notwendig werden weitere Investitionen in das öffentliche Kanalnetz. Das fortzuschreibende Verkehrskonzept soll uns Hinweise geben, wie der Verkehr in unseren Hauptverkehrsadern beruhigt werden kann.
Die anstehende, europaweite Bündelausschreibung wird auch in Zukunft die gerade in unserem Umfeld verbesserten Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr sichern, diesen effizienter und günstiger gestalten und zugleich seine Finanzierung neu ordnen.

Die Landtagswahl am 27. März 2011 bietet Gelegenheit, auf das politische Geschehen im Land in den nächsten fünf Jahren Einfluss zu nehmen.

Aus Steinen etwas Schönes bauen
Wie Sie aus dieser Übersicht erkennen, warten im neuen Jahr viele Veränderungen auf uns. So manches Hindernis wird dabei aus dem Weg zu räumen sein. Davon sind wir alle betroffen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Wir müssen uns den sicher nicht einfachen Aufgaben der Zukunft stellen. Jeder Wandel birgt bekanntlich Risiken und Chancen. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingt, die Chancen zu erkennen und zu nutzen. Schon Johann Wolfgang von Goethe hat die viel versprechende Feststellung getroffen: „Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen“.

In diesem Sinne vertraue ich auch im neuen Jahr auf den bewährten Zusammenhalt und die Kraft unserer örtlichen Gemeinschaft. Dann wird es uns auch gelingen, mit viel Zuversicht und Schwung weiterhin erfolgreich an unserem Gemeindehaus zu bauen.

Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich ein friedvolles Weihnachtsfest, einen gelungenen Jahreswechsel und einen für uns alle erfreulichen Jahresverlauf 2011.

Ihr

Walter Klein
Bürgermeister

OFFIZIELL

Rektor Falk Freise konnte im Januar offiziell in sein Amt eingeführt werden. Er leitet seit Schuljahresbeginn die neu gegründete Werkrealschule Reilingen – Lußheim mit Sitz in Reilingen.
Foto: svs
OFFIZIELL

Rektor Falk Freise konnte im Januar offiziell in sein Amt eingeführt werden. Er leitet seit Schuljahresbeginn die neu gegründete Werkrealschule Reilingen – Lußheim mit Sitz in Reilingen.
Foto: svs
PARTNER

Mit der Oberitalienischen Spargelgemeine Mezzago ist Reilingen eine zweite Partnerschaft eingegangen. Im Mittelpunkt des Festaktes stand die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden durch die Bürgermeister und Gemeinderäte beider Gemeinden.
Foto: og
PARTNER

Mit der Oberitalienischen Spargelgemeine Mezzago ist Reilingen eine zweite Partnerschaft eingegangen. Im Mittelpunkt des Festaktes stand die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden durch die Bürgermeister und Gemeinderäte beider Gemeinden.
Foto: og
MOBIL

Soziale Konflikte zwischen Anwohnern und Jugendlichen versucht ein mobiles soziales Team des Vereins Postillion zu lösen. Das zunächst auf das Sommerhalbjahr beschränkte Projekt wird vom Land unterstützt und kostet die Gemeinde rund 10.000 Euro.
Foto: Postillion
MOBIL

Soziale Konflikte zwischen Anwohnern und Jugendlichen versucht ein mobiles soziales Team des Vereins Postillion zu lösen. Das zunächst auf das Sommerhalbjahr beschränkte Projekt wird vom Land unterstützt und kostet die Gemeinde rund 10.000 Euro.
Foto: Postillion
GEFEIERT

Mit einem viertägigen Fischerfest feierte der Angelsportverein sein 50jähriges Bestehen. Dazu gehörte auch die Inthronisation der Fischerkönige und Prinzen.
Foto: svs
GEFEIERT

Mit einem viertägigen Fischerfest feierte der Angelsportverein sein 50jähriges Bestehen. Dazu gehörte auch die Inthronisation der Fischerkönige und Prinzen.
Foto: svs
BEWOHNBAR

Das ehemalige Hausmeister- und Lehrerwohnhaus in der Wilhelmstraße 42 hat die KWG Reilingen mbH wieder in einen bewohnbaren Zustand versetzt. Eine umfassende Gebäudesanierung hat rund 100.000 Euro gekostet.
Foto: svs
BEWOHNBAR

Das ehemalige Hausmeister- und Lehrerwohnhaus in der Wilhelmstraße 42 hat die KWG Reilingen mbH wieder in einen bewohnbaren Zustand versetzt. Eine umfassende Gebäudesanierung hat rund 100.000 Euro gekostet.
Foto: svs
VERBRAUCH

150.000 Euro hat es sich die Gemeinde kosten lassen, in der 1994 errichteten Fritz-Mannherz-Mehrzweckhalle die Wasserqualität und -versorgung zu verbessern, den Brandschutz zu erhöhen und den Energieverbrauch durch stromsparende Leuchtmittel zu reduzieren.
Foto: Gemeinde
VERBRAUCH

150.000 Euro hat es sich die Gemeinde kosten lassen, in der 1994 errichteten Fritz-Mannherz-Mehrzweckhalle die Wasserqualität und -versorgung zu verbessern, den Brandschutz zu erhöhen und den Energieverbrauch durch stromsparende Leuchtmittel zu reduzieren.
Foto: Gemeinde
SCHADEN

Mehr als ein halbes Jahr hat die Sanierung des schadhaften Abwassernetzes beansprucht. Schritt für Schritt war der Kanal an vielen Stellen im Ortsbereich zu erneuern. Stolze 1,4 Mio. Euro standen hierzu in einer ersten Tranche im Haushalt bereit.
Foto: Ph. Bickle
SCHADEN

Mehr als ein halbes Jahr hat die Sanierung des schadhaften Abwassernetzes beansprucht. Schritt für Schritt war der Kanal an vielen Stellen im Ortsbereich zu erneuern. Stolze 1,4 Mio. Euro standen hierzu in einer ersten Tranche im Haushalt bereit.
Foto: Ph. Bickle
EINMALIG

Am Montag, 12. Juli, konnte nach elfmonatiger Bauzeit der neu errichtete Einkaufsmarkt in der Ortsmitte seiner Bestimmung übergeben werden. Er wurde, einmalig in der Reilinger Ortsgeschichte, von der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Reilingen mbH mit einem Investitionsaufwand von 2,4 Mio. Euro netto errichtet.
Foto: svs
EINMALIG

Am Montag, 12. Juli, konnte nach elfmonatiger Bauzeit der neu errichtete Einkaufsmarkt in der Ortsmitte seiner Bestimmung übergeben werden. Er wurde, einmalig in der Reilinger Ortsgeschichte, von der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Reilingen mbH mit einem Investitionsaufwand von 2,4 Mio. Euro netto errichtet.
Foto: svs
KRAFT

Die Gemeinde setzt weiter auf die Kraft der Sonne. Sie hat durch ihre Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Reilingen mbH eine vierte Photovoltaikanlage auf dem Dach des neu errichteten REWE-Marktes in Betrieb genommen. Damit können jährlich bis zu 116.000 Kilowattstunden Solarstrom produziert werden.
Foto: Vögele
KRAFT

Die Gemeinde setzt weiter auf die Kraft der Sonne. Sie hat durch ihre Kommunale Wohnungsbaugesellschaft Reilingen mbH eine vierte Photovoltaikanlage auf dem Dach des neu errichteten REWE-Marktes in Betrieb genommen. Damit können jährlich bis zu 116.000 Kilowattstunden Solarstrom produziert werden.
Foto: Vögele
ANBLICK

Tabakpflanzen in Reih und Glied, ein Anblick, den es in Reilingen nicht mehr geben wird. Die Abnahmeverträge wurden im Frühjahr kurzfristig gekündigt. Reilingen zählte einst zu den größten Anbaugemeinden im Land.
Foto: svs
ANBLICK

Tabakpflanzen in Reih und Glied, ein Anblick, den es in Reilingen nicht mehr geben wird. Die Abnahmeverträge wurden im Frühjahr kurzfristig gekündigt. Reilingen zählte einst zu den größten Anbaugemeinden im Land.
Foto: svs
BEGINN

Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Gemeinde am 29. Oktober den Neubau eines viergruppigen Kindergartens in der Johann-Strauß-Straße 1 begonnen. Der eingeschossige Neubau soll bis September 2011 fertig gestellt sein und als Ganztageseinrichtung zwei Gruppen für Kinder unter und zwei Gruppen über drei Jahren aufnehmen.

Foto: Katrin Dietrich
BEGINN

Mit einem symbolischen Spatenstich hat die Gemeinde am 29. Oktober den Neubau eines viergruppigen Kindergartens in der Johann-Strauß-Straße 1 begonnen. Der eingeschossige Neubau soll bis September 2011 fertig gestellt sein und als Ganztageseinrichtung zwei Gruppen für Kinder unter und zwei Gruppen über drei Jahren aufnehmen.

Foto: Katrin Dietrich
SPEKTAKULÄR

Den Tag der offenen Wersau am 06. November nutzten erfreulich viele Besucher, um sich über die mehrwöchige archäologische Grabungskampagne zu informieren. Spektakuläre Bodenfunde, wie auch die freigelegten Mauern und Fundamente der ehemaligen Burg Wersau, standen dabei im Mittelpunkt. Wie das vor vier Jahren von der Gemeinde erworbene Areal künftig genutzt werden kann, ist weiter ergebnisoffen.
Foto: og
SPEKTAKULÄR

Den Tag der offenen Wersau am 06. November nutzten erfreulich viele Besucher, um sich über die mehrwöchige archäologische Grabungskampagne zu informieren. Spektakuläre Bodenfunde, wie auch die freigelegten Mauern und Fundamente der ehemaligen Burg Wersau, standen dabei im Mittelpunkt. Wie das vor vier Jahren von der Gemeinde erworbene Areal künftig genutzt werden kann, ist weiter ergebnisoffen.
Foto: og
EINSATZ

Seit 75 Jahren ist das Lutherhaus im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde. Viele bauliche Mängel sind anzutreffen. Ein Bau- und Förderverein setzt sich deshalb dafür ein, auf der Rückseite des Gemeindehauses ein neues Gebäude zu errichten.
Foto: svs
EINSATZ

Seit 75 Jahren ist das Lutherhaus im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinde. Viele bauliche Mängel sind anzutreffen. Ein Bau- und Förderverein setzt sich deshalb dafür ein, auf der Rückseite des Gemeindehauses ein neues Gebäude zu errichten.
Foto: svs
ZENTRAL

Was lange währt, wird endlich gut. Schon längere Zeit wartet das zentral gelegene Grundstück in der Hauptstraße 84 darauf, bebaut zu werden. Dort wird die INWO Bau-GmbH aus Sandhausen demnächst ein zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten, zugleich Standort der neuen Sparkassenfiliale.
Foto: svs
ZENTRAL

Was lange währt, wird endlich gut. Schon längere Zeit wartet das zentral gelegene Grundstück in der Hauptstraße 84 darauf, bebaut zu werden. Dort wird die INWO Bau-GmbH aus Sandhausen demnächst ein zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten, zugleich Standort der neuen Sparkassenfiliale.
Foto: svs
HASEN

Ganz im Zeichen des Hasen steht das Jubiläumsjahr 2011. Reilingen feiert sein 725jähriges Bestehen und wartet mit einem abwechslungsreichen Festprogramm auf.
Foto: og
HASEN

Ganz im Zeichen des Hasen steht das Jubiläumsjahr 2011. Reilingen feiert sein 725jähriges Bestehen und wartet mit einem abwechslungsreichen Festprogramm auf.
Foto: og
ANZIEHEND

Nach dem gelungenen Neustart im Vorjahr, verfehlte der Adventsmarkt rund um das Rathaus auch heuer nicht seine besondere Anziehungskraft. Bei winterlichen Witterungsbedingungen herrschte beste Stimmung in und um den weihnachtlich geschmückten Holzbuden.
Foto: Gerhard Pfeifer
ANZIEHEND

Nach dem gelungenen Neustart im Vorjahr, verfehlte der Adventsmarkt rund um das Rathaus auch heuer nicht seine besondere Anziehungskraft. Bei winterlichen Witterungsbedingungen herrschte beste Stimmung in und um den weihnachtlich geschmückten Holzbuden.
Foto: Gerhard Pfeifer

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