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Hoffnung schöpfen und die Chance ergreifen

[Online seit 11.02.2019]

Anselm Grün spricht zum Thema „Versäume nicht Dein Leben“

In unserer schnellen und oft auch lauten Welt brauchen wir ab und an leise und einfühlsame Worte die uns immer wieder zeigen, dass wir etwas Besonderes sind und dass wir es nicht allen recht machen und allen gefallen müssen. Wie wichtig diese Worte sind und dass sie Menschen in jedem Alter ansprechen und brauchen zeigte sich in der vergangenen Woche in Reilingen, als rund 550 Besucher in die katholische Kirche kamen um Pater Anselm Grün zu hören und zu sehen.

Rund 550 Menschen in der Reilinger Kirche
Rund 550 Menschen in der Reilinger Kirche

„Versäume nicht Dein Leben“ war das Thema des Abends. Damit wollte er niemandem sagen was man tun muss, sondern er gab Hoffnung, sich selbst anzunehmen und nicht Zuschauer im eigenen Leben zu sein, sondern dieses selbst in die Hand zu nehmen. Oft kann uns dies jedoch entgleiten, zum Beispiel wenn wir nur das tun was andere von uns erwarten oder aus Angst etwas zu versäumen. „Heute haben wir zu viel von dem wir Leben, aber zu wenig wofür wir leben“, sagte der Pater aus der Benediktiner-Abtei in Münsterschwarzach und lies den Zuhörern einen Moment Zeit um den Satz auf sich wirken zu lassen. Und genau auf dieses „Wirken lassen“ wollte er auch hinaus. Nicht immer über alles nachdenken, sich stressen dabei, sondern einfach das tun was einem gut tut. 

Pater Anselm Grün
Pater Anselm Grün

Immer wieder griff Anselm Grün Beispiele mitten aus dem Leben heraus auf, und das leise Schmunzeln aus den Kirchenbänken zeigte, dass jeder genau solch eine Situation kannte. So berichte er, dass eine Frau durch eine Einladung zum Geburtstag in höchsten Stress versetzt wurde, weil ihre Gedanken mit Aussprache der Einladung sofort zu rasen begannen. Was ziehe ich an? Was schenke ich? Wird es den anderen gefallen? „Mach dir nicht zu viele Gedanken, sondern tu was du magst. Streck Deine Hand aus und nehm Dein Leben in die Hand“, riet Anselm Grün dazu. Für ihn steht die Verwandlung viel höher als die Veränderung. „Veränderung ist etwas aggressives, die Verwandlung ist besser. Hierbei beginnt man immer mehr sich selbst zu werden. Aber das dauert und muss wachsen“.

Weiter ging er auch auf die Gedanken in der Lebensmitte ein, in der viele darüber nachdenken was sie erreicht haben oder hätten erreichen können. „Man muss betrauern was man verpasst hat und würdigen was man erreicht hat. Eine Versöhnung mit dem Leben und der Zuversicht“. Dazu gehöre auch, sich Abschieden, Trauer und Ängsten zu stellen. „Die christliche Antwort auf Angst ist die Hoffnung, eine göttliche Tugend die uns Mut schenkt, und solange ich atme hoffe ich“.
Die tiefgehenden Worte, verbunden mit der ruhigen und angenehmen Stimme des 74- jährigen Paters, erreichten in der vollen Kirche nicht nur die Ohren der Gäste, sondern auch deren Herzen. Der große und lange Applaus am Ende seiner kurzweiligen Ausführungen zeigte die Begeisterung  der Menschen die aus Nah und Fern angereisten waren. Diese kamen auch  noch in den Genuss eines Abendsegens und einem 1600 Jahren alten Gebets, das Anselm Grün sprach. Hierbei rief er dazu auf, die Hände geöffnet vor den Körper zu halten und wünschte allen, die Lust des Lebens in die Hand zu nehmen. Er gab den Gästen auch mit auf den Weg, dass es wichtig sei am Abend dankbar zu sein.

Dankbar war auch das katholische Bildungswerk, dass der herzliche Pater ihrer Einladung gefolgt war und in die Reilinger Kirchen kam. Mit derselben Freude, wie ihn Verena Seidelmann begrüßte, verabschiedet in auch Annemarie Assmann mit einem Präsent. Auch Bürgermeister Stefan Weisbrod war es ein wichtiges Anliegen, Anselm Grün für seinen Besuch zu danken und er sagte: „Es ist eine hohe Auszeichnung für Reilingen, dass sie bereits zum dritten Mal in unsere Gemeinde gekommen sind“.

Der Bürgermeister dankte Anselm Grün für seinen Besuch in Reilingen
Der Bürgermeister dankte Anselm Grün für seinen Besuch in Reilingen

Und Weisbrod zeigte, dass er aufgepasst hatte, denn er ist schon jetzt voller Hoffnung, dass Pater Anselm Grün mal wieder in die Spargelgemeinde kommt und übereichte ihm einen echten Reilinger „Käskuche“.

Ein "Käskuche" mit dem Reilinger Wappen für Anselm Grün
Ein "Käskuche" mit dem Reilinger Wappen für Anselm Grün
Bürgermeister und katholisches Bildungswerk mit Anselm Grün
Bürgermeister und katholisches Bildungswerk mit Anselm Grün

Nachdem das Ensemble von "La Banda Barroca" vor Beginn musikalisch auf den Abend einstimmte, konnte man diesen an einem der Büchertische ausklingen lassen und sich seine ganz persönliche Widmung bei Anselm Grün abholen.

Anselm Grün signiert Bücher
Anselm Grün signiert Bücher

Bei einer Tasse Glühwein oder Punsch, den die Ministranten ausschenkten, war zudem die Gelegenheit sich nochmal über diesen gelungenen und tiefgehenden Abend auszutauschen.
K.D., Fotos: Katrin Dietrich

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