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Die Gemeinde informiert

Gastronomie auf dem beschwerlichen Weg zur Normalität

[Online seit 02.06.2020]

Grafik: Imago
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Unter dem Motto „So isst man in Reilingen“ Gutscheine erwerben und den heimischen Lokalbesuch beleben
 
Die Coronavirus-Pandemie ist eine harte Prüfung für alle Gastronomen. Das Gastgewerbe befindet sich in einer nie da gewesenen Extremsituation. Die behördlichen Hygieneverordnungen erschweren den Betreibern ein wirtschaftliches Handeln. Diffuse Ängste und eine allgemeine Verunsicherung halten die Bewirtungszahlen auch nach dem am 18. Mai möglich gewordenen „Neustart“ auf einem niedrigen Niveau, und das trotz einem deutlich abgeschwächten Infektionsgeschehen. Herbe Umsatzeinbrüche sind die Folge. In der Branche greift die schiere Existenzangst immer mehr um sich.
 
Gastronomische Vielfalt im Ort erhalten
 
Unter dem Motto „So isst Reilingen“ will die Gemeinde mit einer Gutscheinaktion auf die bedrohliche Lage der Gastronomiebetriebe im Ort aufmerksam machen und zugleich die Betreiber gerade jetzt auf dem beschwerlichen Weg zurück zur Normalität unterstützen. Die Essens-Coupons im Wert von 25 Euro sind ab sofort im Rathaus zu einem reduzierten Preis von 20 Euro erhältlich. Den Differenzbetrag von fünf Euro schießt die Gemeinde zu. Einlösbar sind die Gutscheine bis spätestens 30. November bei einem der 16 genannten örtlichen Gastbetriebe, und das nicht nur beim Lokalbesuch, sondern auch beim Außer-Haus-Verkauf.
„Wir haben ein großes Interesse daran, unser vielseitiges und durchaus anspruchsvolles gastronomisches Angebot – eine Marke der Gemeinde Reilingen – zu erhalten“, betonte Bürgermeister Stefan Weisbrod bei einem Pressegespräch im ältesten Reilinger Gasthaus „Zum Löwen“. „Dass wir in Reilingen noch 16 Speiselokale haben, ist für unsere Gemeindegröße etwas ganz Außergewöhnliches“. Diese Vielfalt sei durch die Corona-Krise elementar bedroht. In Not geratene Betriebe könnten zwar auf Sofortprogramme des Landes zugreifen, und auch die auf ein Jahr begrenzte Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für Speisen sei ein richtiger Ansatz. Die Existenz eines Gastronomiebetriebes hänge aber entscheidend von der Gästeresonanz ab. Sie generiere die notwendigen Umsätze und sichere das wirtschaftliche Überleben.

Werben für die neue Gutschein-Aktion vor historischer Kulisse: Bürgermeister Stefan Weisbrod (v.l.), Kämmerer Christian Bickle, die Gastronomen Andreas Ruck, Lukas Lehn, Monika Ruck und Gäste Petra Großhans, Christina Schröder mit Sohn Moritz.
Werben für die neue Gutschein-Aktion vor historischer Kulisse: Bürgermeister Stefan Weisbrod (v.l.), Kämmerer Christian Bickle, die Gastronomen Andreas Ruck, Lukas Lehn, Monika Ruck und Gäste Petra Großhans, Christina Schröder mit Sohn Moritz.



 
Existenz von der Gästefrequenz abhängig
 
Gegen die Folgen des Pandemiegeschehens stemmt sich auch Gastronom und Küchenchef Andreas Ruck, der 2019 das Restaurant „Zum Löwen“ von seinen Eltern Monika und Michael Ruck übernommen hat. Auch sein Betrieb habe erhebliche Umsatzeinbußen verkraften müssen, bestätigt er auf Nachfrage von Bürgermeister Stefan Weisbrod. Ohnehin hätten es Restaurants mit hochwertiger Küche schwerer, sich mit einem Außer-Haus-Verkauf über Wasser zu halten, stellt Ruck fest. Auch jetzt, nachdem wieder Gäste bewirtet werden dürfen, falle der Lokalbesuch noch sehr verhalten aus. „Nach einem starken Beginn ist die Gästefrequenz schnell wieder abgeflacht“. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute das einen Umsatzrückgang von aktuell 75 Prozent.  Zu schaffen macht vor allem das Ausbleiben größerer Gesellschaften, wie Hochzeiten. „ Hier fallen uns die Einnahmen bis in den Oktober hinein aus“, klagt Ruck.  Auf der Ausgabenseite belasten dagegen die Fixkosten. Allein 1.400 Euro werden für den monatlichen Strombezug fällig. Ganz zu schweigen von den Gehältern und Sozialleistungen für das Personal.
Nach dem Eindruck von Ruck und seinem Partner Lukas Lehn reagieren die Gäste zwar durchaus verständnisvoll, seien aber vielfach auch stark verunsichert. Dabei seien die schon vor Corona bestehenden, extrem hohen Hygienestandards  in der Gastronomie  noch ausgeweitet worden. Angefangen mit einer an der Raumgröße orientierten, begrenzten Gästezahl, Zutrittsregelungen, Händedesinfektion bis hin zur Erfassung der Kontaktdaten. Niemand müsse sich wegen der Sicherheit persönlicher Daten Sorgen machen, die sich, wie seither bei Reservierungen üblich, auf die Angabe von Name und Rufnummer beschränken. Ein Mund-/Nasenschutz werde beim Lokalbesuch nicht mehr zwingend gefordert, im Gegensatz zum Servicepersonal, das diese Erschwernis zur Sicherheit der Gäste gerne in Kauf nehme.  
 
Kreative Konzepte für die Zeit nach Corona
 
„Uns geht es mit unserer Aktion darum, Bewusstseinsbildung zu betreiben“, fasst Bürgermeister Stefan Weisbrod zusammen. „Wenn wir die Vielfalt unserer Gastronomie als Marke erhalten wollen, müssen wir jetzt reagieren“. Das aufgelegte kommunale Zuschussprogramm sei zwar nicht „lebensrettend“, mache aber doch gerade in dieser besonderen Situation Sinn, unterstreicht Weisbrod. Auch als Verpächter der historischen Immobilie in der Hauptstraße 1 sehe er die Gemeinde in der Verantwortung. „Wir müssen eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Liegenschaft ermöglichen und dafür Sorge tragen, dass der Pächter dies auch über den Tag hinaus sein kann“.
Und für die Zeit nach Corona könne er sich durchaus die Unterstützung vorgeschlagener Aktionen, wie beispielsweise eine „Gastronomie-Safari“ oder ein „Foodfestival“ vorstellen. Dafür sei ein sachverständiger Sprecher der Gastronomie wünschenswert.  (jd)
 
Foto: Gemeinde

Werben im Löwen-Biergarten für die neue Gutschein-Aktion: Bürgermeister Stefan Weisbrod (v.l.), Kämmerer Christian Bickle, die Gastronomen Andreas Ruck, Lukas Lehn, Monika Ruck und Gäste Petra Großhans, Christina Schröder mit Sohn Moritz.
Werben im Löwen-Biergarten für die neue Gutschein-Aktion: Bürgermeister Stefan Weisbrod (v.l.), Kämmerer Christian Bickle, die Gastronomen Andreas Ruck, Lukas Lehn, Monika Ruck und Gäste Petra Großhans, Christina Schröder mit Sohn Moritz.

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